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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 33.

XXXIII.

V. 1. Ein Psalm Davids, da er sein Antlitz vor Abimelech verstellte, dieser ihn entließ und er fortging.' 1

Inhalt.

David kam auf der Flucht vor Saul zu Abimelech, und um die Ursache seiner Ankunft von ihm gefragt, läugnete er die Flucht und sagte, er sei von Saul abgesendet worden, um das Schwert des Goliath 2 2 abzufordern. Da er also Anderes sagte und Anderes dachte, heißt es in der Aufschrift, er habe sein Angesicht verstellt. Er singt aber den Psalm für das junge Volk und trägt die Lehre der geistigen und evangelischen Gottesverehrung vor.

V.2.3. „Ich werde den Herrn lobpreisen zu jeder Zeit „„ Im Herrn wird sich rühmen meine Seele.“ Verdiene ich auch Lob, wenn sich etwas Gutes in meinen Handlungen findet, so muß das nicht mir, sondern Gott zugeschrieben werden. Er hat mich angesehen gemacht und wird mich berühmt machen. „Hören sollen es die Sanftmüthigen und sich freuen.“ Das mir vom Herrn zu Theil gewordene Heil soll jeder Gerechte vernehmen und sich freuen. Weil er aber denen das Heil bringt, die auf ihn hoffen, so unternimmt er es nicht, den Lobgesang für sich allein vorzutragen, sondern die Theilnehmer an der Sanftmuth macht er auch zu Theilnehmern am Lobgesang. [S. 464]

V.4. „Verherrlicht den Herrn mit mir, und wollen wir seinen Namen gemeinsam erheben.“ Als ob er allein nicht im Stande wäre, die Herrlichkeit Gottes zu verkünden, verlangt er, daß eben darin Andere mithelfen und mitwirken.

V. 6. „Tretet zu ihm hinzu und laßt euch erleuchten.“ Indem ihm das Vertrauen macht, was er empfangen hat, sucht er auch Anderen dazu zu verhelfen.

V. 7. „Dieser Arme hat gerufen, und der Herr hat ihn erhört.“ Lernt, will er sagen, aus meinem Beispiele, auf den Gott aller Dinge vertrauen. Denn mich würdigte er, obschon ich unbedeutend und ein bloßer Schafhirt war, seiner eigenen Fürsorge und machte mich meinen Feinden überlegen.

V. 8. „Der Engel des Herrn wird sich lagern um die, die ihn fürchten, und er wird sie retten.“ Das stimmt auch überein mit den Worten des Apostels: „Sind nicht Alle dienende Geister, ausgesendet zum Dienste wegen derer, die das Heil erben werden ?“3 Ebenso spricht auch der selige Jakob in seinem Gebet: „Der Engel, der mich gerettet hat aus allen meinen Leiden ?“ 4 In gleicher Weise sprach auch der Patriarch Abraham zu seinem wunderbaren Diener: „Gott der Herr wird seinen Engel vor Deinem Angesicht hersenden, und Du wirst dort für meinen Sohn Isaak ein Weib nehmen.“ 5 So sagt auch der selige Zacharias: „Der Engel, der mit mir redete.“ 6

V. 9. „Kostet und sehet, daß der Herr gut ist.“ Verkostet das wahre Brod, will er sagen, das vom Himmel gekommen ist. „Glückselig der Mann, der auf ihn hofft.“ Denn er wird das künftige Leben haben.

V.11. „Die Reichen darbten und hungerten.“ nämlich das Volk der Juden. „Die den Herrn suchen, wer- [S. 465] den an keinem Gute Mangel leiden.“ Das andere Volk meint er, das der Heiden.

V. 12. 14. „Kommt, Kinder, höret mich: die Furcht des Herrn will ich euch lehren …. Und Deine Lippen, daß sie keinen Trug reden.“ Er spricht für die Heiden die Lehre aus, für deren Anfang er die Furcht Gottes erklärt, für deren zweite Eigenschaft, daß man den Bruder nicht verleumde, für deren dritte, daß man vor jedem Truge die Lippen bewahre, für deren vierte die Enthaltung von allem Bösen und die Pflege des Guten in allen Dingen, und daß man ausserdem noch den Frieden verfolge und festhalte. Der Friede aber ist Christus. Die Pflege dieser Dings nennt er Leben und gute Tage.

V. 15. „Stehe ab vom Bösen und thue das Gute, suche den Frieden und jage ihm nach.“ „Stehe ab vom Bösen“ wird von Seite der Furcht gelehrt, „Thue das Gute“ von Seite der Liebe. Deßhalb ist größer, wer liebt, als der fürchtet.

V. 16. „Die Augen des Herrn über die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet.“ Einen großen Lohn hat er der Übung der Tugend verliehen, daß sie Gott zum Wächter haben.

V. 21. „Der Herr bewahrt alle ihre Gebeine.“ Gebeine nennt er die Kräfte der Seele. Sie sind Gerechtigkeit, Ausdauer, Gottesfurcht und, so zu sagen, jede Tugend.

V.22.“Der Tod der Sünder ist böse.“ Er meint den Tod der Seele, auf den folgen wird das ewige Feuer, die äusserste Finsterniß, der nie sterbende Wurm, das Weinen um und Zähnegeklapper. Es ergreift sie nämlich das höllische Feuer und die Finsterniß. [S. 466]

1: I. Kön. 21. 18-15.
2: Das stimmt nicht ganz überein mit I. Kön. 21, 9.
3: Hebr. 1, 14.
4: Gen. 48, 16.
5: Genes. 24, 40.
6: Zachar. 2, 3.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger