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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 31.

XXXI.

Eine Unterweisung Davids.

Inhalt.

Indem David seine vielen Leiden vorbringt, die er zur Zeit der Buße erlitt, preist er die selig, die Verzeihung erlangt haben durch das Bad der Wiedergeburt. „Eine Unterweisung“ ist aber der Psalm überschrieben, weil die Menschen diese vorzugsweise bedürfen. Denn weil sie sich übermäßig den Leidenschaften hingeben, sind sie Pferden und Mauleseln vergleichbar geworden.

V. 1. „Selig, deren Missethaten nachgelassen und deren Sünden bedeckt sind.“ Es werden die Missethaten nachgelassen durch die Taufe, und die Sünden bedeckt durch die bittere Reue.

V. 2. „„Selig der Mann, dem der Herr die die Sünden nicht zurechnet, und in dessen Munde Hinterlist ist.“ Denn der ist wahrhaft glückselig, der mit ganzem Herzen der heiligen Taufe naht. Vom [S. 458] Nämlichen.1 Es muß „weil“ mit „veralteten“ verbunden werden, so daß es heißt: „Weil meine Gebeine veralteten.“ „Während ich rief am ganzen Tag.“ Ich schwieg, da ich keine Stimme mehr von mir geben konnte. Warum aber rief er, als weil er um Vergebung der Sünde betete?

V. 4. „Denn Tag und Nacht lag Deine Hand schwer auf mir.“ Da Du gut bist, will er sagen, hast Du mich schwer gezüchtigt, um durch die Züchtigung mich zum Heile zu führen. „Ich wälzte mich in Trübsal, während der Stachel fest in mich eindrang.“ Unter dem Stachel meint er die Sünde. Der Sinn ist aber folgender: Da die Sünde in meine Seele eindrang, war ich in Trübsal.

V. 5. „Meine Ungerechtigkeit habe ich kundgegeben.“ Er bezeichnet die Art und Weise des Bekenntnisses. „Ich habe gesagt: Ich werde gegen mich meine Ungerechtigkeit bekennen.“ „Der Gerechte klagt zuerst sich selbst an.“ 2 Bekenne, will er sagen, Du zuerst Deine Sünden.

V. 6. „Wegen dieser wird zu Dir jeder Heilige beten.“ Wegen der mir verziehenen Sünde, will er sagen, wird zu Dir jeder Heilige beten. Damit spricht er zweierlei aus, entweder: Ich werde Allen ein Beispiel der Reue sein, oder in mehr prophetischer Weise, daß im Namen des David selbst alle Völker in späteren Zeiten seine Sünde bekennen würden. 3 „Aber in der Ueberfluthung vieler Gewässer, die werden ihm nicht nahe kommen.“ Den [S. 459] Bußfertigen, will er sagen, wird die Menge der Versuchungen nicht überschwemmen.

V. 7. „Du bist meine Zuflucht.“ Nachdem er das über die Sünde gesagt hat, bittet er von den durch diese veranlagen Übeln befreit zu werden. Und er erhält auch eine Antwort. Denn gütig spricht der Herr zu ihm: Ich werde Dir Verstand geben und werde Dich leiten auf diesem Wege.“ 4 Da er um Befreiung von den Feinden fleht, erwidert Gott und verheißt ihm, ihn auf geradem Wege führen zu wollen.

V.9.“Werdet nicht wie ein Pferd und Maulesel, die keinen Verstand haben.“ Er leitet die Sünder an, sich nicht den thierischen Leidenschaften hinzugeben. „Mit Zaum und Gebiß wirst Du ihre Backen drücken.“ Die Worte sind an den Herrn gerichtet. Der Sinn der Worte ist aber: Die, welche ihren Sinn nicht ändern wollen, ziehe gleichsam mit einem Zügel an Dich.

1: xxxxx xxxxx. Die zwei Wörter sind aus der Catena in den Text des Athanasius herübergenommen worden und wollen sagen, daß die nun folgende Bemerkung zu V. 3, wie das unmittelbare Vorhergehende, von Athanasius sei, was in der Catena nicht selbstverständlich war, weil in derselben zu einer Stelle Erklärungen mehrerer Kirchenväter gebracht wurden.
2: Sprüchw. 18, 17.
3: Indem sie diesen Psalm vortragen würden.
4: V. 8.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger