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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 26.

XXVI.

V. 1. Ein Psalm Davids, bevor er gesalbt wurde.

Inhalt.

Der Psalm enthält eine Trostrede gegen die Feinde, die aus Gütern, die er bereits von Gott empfing, erkannt wird, und eine Bitte um weitere Güter mit Lobpreisung. Die Worte aber, [S. 443] Bevor er gesalbt wurde“ bedeuten, daß er im göttlichen Geiste vorhergesehen hat, daß er zum König werde gesalbt werden, daß, er aber den Versuchungen anheimfallen werde. Indem er nun seine Lenden mit Tapferkeit umgürtet, erscheint er zum Kampfe gegen die Gefahren wohl gerüstet.

Daniel Barbarus fügt bei: Die Psalmen 26. 27, 28.29 haben den gleichen Gegenstand zum Inhalt. Denn sie sind in der nämlichen Sache im Namen des seligen Ezechias gegen die Assyrier gerichtet, 1 indem David prophezeit und der Prophet dessen Person mit diesem Gegenstand in Verbindung bringt, so daß er die nämlichen Worte ausspricht und die nämlichen Gemüthsbewegungen verräth. Übrigens haben diese Psalmen eine Ähnlichkeit und eine Verschiedenheit. Denn die Psalmen 26 und 27 sind nur Siegesgesänge wegen der Vernichtung der Assyriers 2 Die Psalmen 28 und 29 aber thun Erwähnung von der Rettung und der wiederhergestellten Gesundheit des Ezechias.3

V. l. „Der Herr ist mein Licht und mein Heiland. Wen soll ich fürchten?“ Er achtet die feindlichen Mächte gering, indem er auf das Licht des Herrn vertraut. Von Dir erleuchtet, will er sagen, verachte ich alle Feinde miteinander.

Daniel Barbarus: „Der Herr ist der Beschützer meines Lebens.“ Wer wird so große Macht haben, um nachzustellen, als Gott Macht hat, Hilfe zu bringen?

V. 2. „Wenn die Übelthäter mir nahen.“ Sie nahten mir, will er sagen, in der Absicht, mich zu verderben. Es ist aber ihnen zugestoßen, was sie zufügen zu können hofften. [S. 444]

V.4. „ Daß ich wohne im Hause des Herrn.“ Es ist ja eine heilige Bitte, deren Erfüllung Gottes würdig ist „ Damit ich schaue die Lust des Herrn.“ In dieser, will er sagen wünsche ich immer zu wohnen, in der mir auch das Heil zu Theil wurde.

V.6. „Er erhöhte mich auf einen Felsen.“ Deutlich versichert Paulus, daß Christus der Felsen sei4 „ Ich werde singen und dem Herrn Lob sagen.“ Offenbar verkündet er die Anbetung in den Worten: Heilig, heilig, heilig.

V.7. „ Erhöre, o Herr, meine Stimme.“ Er will sagen: Ich danke Dir für das Vergangene und werde Dich bitten wegen der Zukunft.

V.11 „Herr, gib mir ein Gesetz auf Deinem Wege“ Er fleht, es möge das Gesetz des Evangeliums ihm enthüllt werden. Denn das war der gerade Weg.

V.12. „Und die Bosheit hat gegen sich selbst gelogen.“ das heißt, die Ungerechtigkeit gegen uns ist ohnmächtig geworden.

V. 13. „Ich glaube die Güter des Herrn zu schauen im Lande der Lebendigen. Er meint das himmlische Jerusalem.

1: Einer solchen Ansicht über diese Psalmen begegnet man sonst nirgends. Es steht dieselbe auch mit den Aufschriften und mit den nicht aus Daniel Barbarus entnommenen Inhaltsangaben in Widerspruch. Es ist daher wohl der ganze vorliegende Zusatz aus Daniel Barbarus eine Interpolation.
2: IV. Kön. 19, 35.
3: Ebd. 20, 5. 6.
4: I. Kor. 10,4

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger