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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 144.

CXLIV.

V. 1. Ein Lobgesang Davids.

V. l. „Ich werde Dich erheben, mein Gott, mein König.“ Nicht als ob er nicht erhoben wäre, erklärt er ihn erheben zu wollen, sondern er weist die Andern auf seine Erhabenheit hin. So verhält es sich mit den Worten: „Vater, verherrliche Deinen Namen auf Erden.“ 1 Denn er bittet nicht um eine Herrlichkeit, die er nicht hatte, sondern daß die, welche er hatte, sich zeigen möge, wie die Worte beweisen: „Verherrliche mich mit jener Herrlichkeit, die ich bei Dir hatte, bevor die Welt war.“ 2

V. 2. „An jedem Tage werde ich Dich prei- [S. 833] sen.“ Der gegenwärtige Vers beginnt im Hebräischen mit dem Buchstaben Beth. 3 Er lehrt aber, man müsse nicht einen einzigen Tag ohne Lobgesänge vorübergehen lassen, man muß also mit ganzer Seele und ganzem Herzen Gott erheben und preisen und seinen Namen verherrlichen durch sterbliche Namen und Worte.

V. 4. „Ein Geschlecht nach dem andern wird Deine Werke rühmen.“ Er meint die aus beiden Völkern, aus den Beschnittenen und den Heiden hervorgegangene Kirche. Seine Werke aber nennt er die, die er, als er unter den Menschen weilte, vollbracht hat. In mannigfacher Weise besingt er sie, als Macht, Erhabenheit, Herrlichkeit, Heiligkeit, Wunderthaten. Und wieder nennt er sie Macht, Größe, Güte, Gerechtigkeit. Erbarmungen.

V. 6. „Und sie werden von der Kraft Deiner furchtbaren Thaten sprechen.“ Sie werden mit Rücksicht auf die Werke und mit der rechten Gesinnung sprechen, zum Beispiel: „Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“4 und die Worte: „Jauchzet zu Gott in Jubelschall. Denn der allerhöchste Herr ist schrecklich.“ 5 Das werden sie nämlich sagen, weil sie eben Gott fürchten und Ehrfurcht vor ihm haben. Sie werden aber auch von seiner Größe erzählen, die keine Grenze hat, indem sie dieselbe nicht mit ihrer Erkenntniß umschließen, sondern als von einer unerfaßlichen. Denn der Sohn allein erkennt den Vater, und der Vater den Sohn. Und wenn er auch den Vater offenbart, wem er will, so thut er es doch in einer Weise, wie es entstandenen Wesen möglich ist, ihn zu sehen, im Verhältniß zu den Anlagen, die Jemand hat.

V. 7. „Vom Andenken der Größe Deiner Güte werden sie überströme n.“ Allen hat er, da er ein guter Gott ist, seine Güte gewährt, und er ist barm- [S. 834] herzig gegen alle seine Werke. Es werden aber die gerettet, die seine Güte genießen wollen.

1: Joh. 12, 18.
2: Joh. 17, 5.
3: Der Psalm gehört zu den alphabetischen.
4: Hebr. 10, 31.
5: Ps. 46, 2. 3.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger