Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 143.

CXLIII.

V. 1. Ein Psalm Davids, wider Goliath.

V. l. „Gepriesen sei der Herr, mein Gott.“ Einer großen Freude entspringt der Eingang. „Der meine Hände den Kampf lehrt.“ Hände nennt er die Thaten, die in Gottesfurcht geschehen sind, durch die wir den Satan bekämpfen.

V. 4. „Der Mensch ist der Eitelkeit gleich geworden.“ Jeder Mensch ist dieser Welt gleich geworden.

V. 6. „Leuchte mit dem Blitze, und Du wirst sie zerstreuen.“ Blitz nennt er die Predigt des Evangeliums.

V. 7. „Strecke aus Deine Hand aus der Höhe. Errette und befreie mich aus vielen Wassern, aus der Hand fremder Söhne, deren Mund Eitelkeit redete.“ Aus den Gedanken, die uns in Folge der Nachstellung der Dämonen umringt haben. Oder er nennt auch Gewässer das Volk der Juden, das die Apostel umringte, um sie aufzuhalten und zu vernichten. Und das sind wohl entfremdete Söhne, die Eitles reden. Und worin besteht das Eitle anders, als daß sie zu Christus sagten: „Warum machst Du Dich, da Du ein Mensch bist, zu Gott?“1

V. 9. „Gott, ein neues Lied werde ich Dir singen.“ Nämlich das des Evangeliums. Die Worte sind im Namen Davids selbst gesprochen. „Mit zehnsaitigem Psalter werde ich Dir lobsingen.“ Das zehnsaitige Psalterium ist der Leib, der fünf Sinne hat und fünf Thätigkeiten der Seele, indem jede einzelne Thätigkeit durch je einen einzelnen Sinn geübt wird. 2 [S. 831]

V. 10. 1l. „Der Du Heil gibst unsern Königen.“ Den heiligen Aposteln, die Christus zu ihren Fürsten eingesetzt hat. „Der Du den David, seinen 3 Knecht, erlöstest vom bösen Schwerte, erlöse mich und befreie mich von der Hand fremder Söhne.“ Wegen des Bündnisses mit ihnen trage nämlich für uns jede Sorge. Denn ein böses Schwert nannte er die Wuth und Wildheit der Angreifer. Die Nämlichen nannte er fremd, weil sie gottlos waren.

V. 12. „Ihre Söhne sind wie junge Pflanzen, die sich erhoben haben in ihrer Jugend.“ Die Söhne des Volkes dem Fleische nach, will er sagen, stehen in üppiger Blüte, die des Volkes dem Geiste nach sind in elendem Zustand. Denn diese sind es, die sagen: „Wenn auch unser äusserer Mensch aufgerieben wird, so wird doch unser innerer erneuert.“ 4

„Ihre Töchter sind geziert, ringsum geschmückt nach Art eines Tempels.“ Mit dem irdischen Schmucke. Deßhalb sind sie nicht ein Tempel Gottes geworden wie die heiligen Seelen der Gläubigen, sondern nach Art eines Tempels. Denn sie stellten sich, als ob sie ihr Leben nach dem Gesetze einrichteten, aber sie hatten in sich nicht das Wort, sondern den bösen Geist.

V. 13. „Ihre Speicher sind voll, überströmend einer in den andern.“ Denn sie haben nicht den himmlischen, sondern den irdischen Reichthum hinterlegt.

„Ihre Schafe sind sehr fruchtbar und gehen aus in großer Zahl.“ Fett ist ihr Vieh und mehrt sich reichlich.

V. 14. „Es ist da kein Riß in einer Mauer [S. 832] und kein Durchgang.“ Sie hatten, will er sagen, großes Glück, aber es wird ihnen nicht bis ans Ende treu bleiben. Denn das lehrte er in einem anderen Psalme mit den Worten: „Du hast sie gestürzt, da sie erhoben5

V. 15. Sie priesen das Volk selig, welches das hat. „Selig das Volk, dessen Herr sein Gott ist.“ Die nicht recht urtheilen, sondern auf die bloß fleischlichen Dinge ein Gewicht legen, halten es für selig, diese in reichlichem Maße zu genießen. Nicht aber das ist selig, sondern den Herrn seinen Gott anrufen.

1: Joh, 10, 33.
2: Vgl. zu Ps. 32, 2; 91, 4.
3: Die Vulgata hat servum tuum, dagegen heißt es im Hebräischen übereinstimmend mit unserm griechischen Texte: xxxxx
4: II. Kor. 4, 16.
5: Ps. 72, 18

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Notizen zur Psalmenerklärung
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . Ps 129.
. . Ps 130.
. . Ps 131.
. . Ps 132.
. . Ps 133.
. . Ps 134.
. . Ps 135.
. . Ps 136.
. . Ps 137.
. . Ps 138.
. . Ps 139.
. . Ps 140.
. . Ps 141.
. . Ps 142.
. . Ps 143.
. . Ps 144.
. . Ps 145.
. . Ps 146.

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger