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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 141.

CXLI.

V. 1. Eine Unterweisung Davids. Ein Gebets da er in der Höhle war.

Inhalt

Ein Gebet und nichts Anderes ist das Vorliegende. Nur bedarf es der Unterweisung, damit wir einsehen, auf welche Weise wir, wenn wir von Gefahren umringt sind, dem Unglück entrinnen können.

V. 2. „Mit meiner Stimme rief ich zum Herrn, mit meiner Stimme flehte ich zum Herrn. V. 3. Ich werde ausschütten vor seinem Angesichte mein Gebet.“ Er hat, will er sagen, sein ganzes Herz dem Herrn geweiht. „Meine Trübsal werde ich vor seinem Angesichte aussprechen.“ Indem ich den Wettlauf um die Seele selbst laufe, will er sagen, bringe ich [S. 827] meine Gebete dar und wünsche meine Trübsale mitzutheilen. Du siehst ein, will er sagen, daß ich ungerecht verfolgt werde.

V. 4. „Als mein Leben in mir verschmachtete.“ Das that ich, da ich das Übermaß der Übel sah. Denn ich wohnte schon in der Nähe des Todes. „Und Du erkanntest meine Wege.“ Die Worte: „Du erkanntest meine Wege“ verrathen das Vertrauen auf den Lebenswandel und die Thaten. Da er aber sah, daß die geistigen Feinde der Seele den Saul zu bewegen suchten, in die Höhle zutreten, damit David gefangen würde, so sagte er mit Recht: „Sie verbargen mir eine Schlinge,“ welche durch das gegenwärtige Gebet zerrissen wurde. Denn so weit es von Menschen abhing, war ihm, wenn er in der Höhle ergriffen war, jede Rettung abgesperrt, und es gab Niemand, der ihn erlöst oder sich seiner Seele angenommen hätte.

„Auf diesem Wege, auf dem ich wandelte, verbargen sie mir eine Schlinge.“ Wenn Jemand an den Ort in der Höhle denkt, wird er diese Worte passend finden.

V. 5. „Ich schaute zur Rechten und blickte umher, und es war Niemand, der mich erkannte.“ Sie stellten denen, die die Tugend übten, die nahe liegenden Laster vor. Dem nämlich, der in Weisheit wandelte, verbargen sie eine Schlinge, in einer Weisheit, die nicht nach Gott ist, und dem, der Kenntniß suchte, reichten sie eine falsche dar. Es haben die Worte einige Ähnlichkeit mit den Worten: „Sie legten mir Fallen am Wege.“1 Es können auch die Auszeichnungen (xxxx) als Schlingen erklärt werden, in die der geräth, der nicht Acht gibt, von denen er spricht: „Ich schaute zur Rechten.“ Die Ehrgeizigen haben nämlich Schlingen zur Rechten.

„Verloren ist für mich die Flucht, und Niemand ist, der sich meiner Seele annimmt.“ Es war nicht möglich, aus [S. 828] der Höhle zu entfliehen, da der Eingang von Saul besetzt war. Niemand, will er sagen, sucht meine Seele zu retten.

V. 6. „Ich rief zu Dir, o Herr.“ Denn auf ihn allein setzt er die Hoffnungen des Heiles.

V. 8. „Führe aus dem Kerker meine Seele.“ Das sagt er mit Rücksicht auf den Aufenthalt in der Höhle. Symmichus: „Führe meine Seele aus der Umzäunung.“ „Damit ich Deinen Namen preise.“ Wenn Du mich, will er sagen, von dieser Trübsal und Einschließung befreit hast, werde ich Dankgesänge zu Dir empor senden. „Mich erwarten die Gerechten, bis Du mir vergiltst.“ Wenn Du mich, will er sagen, von da herausführst und mir meine guten Handlungen vergiltst, so werden die übrigen Gerechten mich als Beispiel vor Augen haben und, indem sie aus den Wahrnehmungen an mir sich in Bezug auf die eigene Person Erwartungen machen, ihre Gebete Dir darbringen und zu Dir ihre Zuflucht nehmen.

1: Ps. 139, 6.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger