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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 139.

CXXXIX.

V. 1. Zum Ende, ein Psalm Davids.

V. 2. „Rette mich, o Herr, vom bösen Menschen.“ Er ruft zu Gott, er möge das Unrecht bestrafen, das von den Dämonen der Natur des Menschen zugefügt wurde, und das Unrecht auf das Haupt der Ungerechten abwenden, man kann aber das Gesagte auch von den sinnlich wahrnehmbaren Feinden sagen.

V. 3. „Die Böses in ihrem Herzen dachten, den ganzen Tag hindurch Kriege rüsteten.“ Denn sie gaben sich nicht nur bösen Gedanken hin, sondern fügten auch die Werke zu den Gedanken hinzu. Statt „den ganzen Tag hindurch“ aber übersetzt Symmachus: „an jedem Tage.“

V. 6. „Sie legten mir Fallen am Wege.“ Das alles, will er sagen, thaten sie, um ihn in der Fortsetzung des Lebens in Gott aufzuhalten, und legten Schlingen an seine Füße, um ihn vom Aufenthalte bei Gott zu verdrängen. [S. 823]

V. 9. „Übergib mich nicht, o Herr, in Widerspruch mit meinem Verlangen dem Sünder.“ Ich, will er sagen, o Herr, bin ergriffen vom Verlangen des Heiles. Verlasse mich also nicht in einer Weise, daß ich von diesem Verlangen abkomme und dem Sünder übergeben werde, nämlich dem Teufel. „Sie sannen wider mich, verlaß mich nicht, damit sie sich nicht überheben.“ Er fleht, unter dem Schutze seiner Flügel geschützt zu werden und von seiner starken Hand, der ihn Niemand entreissen kann, damit sie nicht wie über sonst Etwas stolz sind.

V. 10. „Das Haupt ihres Umkreises.“ Über sie, will er sagen, soll kommen, was sie im Schilde führten. Denn das bedeutet „das Haupt ihres Umkreises.“ Denn das Haupt ist der Gedanke und Sinn der Sünder. Das Haupt und der Anfang ihrer Nachstellung gegen mich, mit der sie mich umringten, ja auch ihre Anstrengung und Bemühung um mich möge auf sie zurückfallen, mit Recht werden sie dem Feuer überliefert.

V. 11. „Es werden auf sie Kohlen fallen. Ins Feuer“ . . . . Nämlich wie mit einer Art Feuer wirst Du sie durch den Zorn vernichten. „In Elend wirft Du sie stürzen, und sie werden es nicht aushalten.“ Sie werden in Unglück gerathen und es nicht überwinden. Das begegnet dem Saul im Kriege gegen die Fremden. Denn dort wurde er durchbohrt und fand sein Lebensende.

V. 12. „Kein Mann von (böser) Zunge wird den geraden Weg einhalten auf Erden.“ Es erwartet die Gottlosen das ewige Feuer, und in diesem Leben wird der Mann von böser Zunge nie den geraden Weg einhalten. Denn kein Zänker und kein Schmähsüchtiger, der die irdische Gesinnung hat, hält den geraden Weg ein, sondern er wird durch seine Zanksucht gekrümmt. Denn wie werden sie, da sie die Sünde lieben, von der Tugend auf geraden Weg gebracht? „Den ungerechten Mann wird Unglück einholen zum Untergang.“ Er geht nämlich, wie durch eigene Krankheit, durch seine eigene Bosheit unter und erleidet die verdiente Strafe. Denn statt jeder Strafe genügt die Bos- [S. 824] beit, um die damit behaftete Seele dem Untergange preiszugeben.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger