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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 13.

XIII.

V. 1, Zum Ende, ein Psalm Davids.

Inhalt.

Deutlich erklärt er im gegenwärtigen Psalm die Gottlosigkeit und Ruchlosigkeit der Menschen in allen ihren Thaten, um die Nothwendigkeit der Erscheinung Christi zu verkünden.

V. 1. „Es sprach der Thor in seinem Herzen: Es ist kein Gott.“ Da sie nicht erwogen, will er sagen, daß ein Gott sei, der das Menschliche sieht und in gerechtem Gerichte richtet, so verübten sie jedes Verbrechen. Deßhalb hat ja auch der Herr vom Himmel geschaut.1 Denn das zeigt deutlich die Ankunft des Herrn unter den Menschen.

V. 3. „Keiner ist, der Gutes thut, auch nicht Einer.“ Als der Herr kam, sagt er, fand er auch nicht Einen, der Gutes that, sondern fand sie jeder, ungerechten Handlung ergeben. „Ein offenes Grab ist ihr Schlund.“ Denn in ihrem Schlunde hatten die Dämonen gleichsam als Speise den Menschen, indem sie nicht erwogen, daß Gott sein Werk nicht vergessen kann.

V. 4. „Werden nicht Alle, die die Missethat vollbringen, erkennen?“ Man muß ein Fragezeichen lesen und „Den Herrn“ aus dem Folgenden heraufbeziehen, daß sich folgender Sinn ergibt: Und Alle sind abgewichen und haben das vollbracht. Werden sie den Herrn nicht erkennen? „Den Herrn haben sie nicht angerufen, die mein Volk wie Brod verzehren.“ Denn sie verzehrten sein Volk, indem sie es überredeten, die Schöpfung [S. 401] anzubeten statt des Schöpfers. Und diese, sagt er, werden Andere zum Bösen verleiten und den Herrn nicht anrufen. Denn in dieser Weise muß man es als zukünftig fassen statt als vergangen.“2

V. 5. „Da zitterten sie vor Furcht, wo keine Furcht war.“ Das Gesetz Moses, will er sagen, wendete Strafe an, die Furcht Christi aber ist heilig, denn sie trieb uns an, wie Söhne den Vater zu fürchten. In jener Zeit, will er sagen, nämlich in der die Erscheinung eintritt, werden sie einer Furcht sich hingeben, wo keine Furcht ist, nämlich nicht wegen der Drohung des Gesetzes, sondern es ist vielmehr die den Freien geziemende Ehrerbietigkeit.

V.6. „Denn der Herr ist bei dem Geschlechte der Gerechten.“ die durch seine Erscheinung gerechtfertigt werden. „Der Rath des Armen wird beschämt.“ Das sagt er zu denen, die im Unglauben verharren und die verfolgen, die an Christus glauben.

V. 7. „Wer wird aus Zion das Heil Israels geben?“ Das enthält eine doppelte Prophezeiung. Denn nicht nur spricht es das Heil aus, das dann den Belagerten zu Theil wird, sondern auch die viel später von dorther kommende heilbringende Erscheinung unsers Heilands. „Frohlocken wird Jakob.“ Er meint die heiligen Patriarchen und Propheten, die sich der Freude hingeben, weil Christus ihre eben angeführten Verheissungen erfüllt hat. Das waren aber die, welche das Heil aller Völker verkündeten. [S. 402]

1: V. 2.
2: In V. 5 nämlich, wo es heißt: Den Herrn haben sie nicht angerufen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger