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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 113.

CXIII.

Alleluja.

Inhalt.

Auch in diesem Psalme wird die Berufung der Heiden ausgesprochen. Zudem gibt er eine Belehrung für die Geretteten selbst, damit sie wissen, daß auch das alte Testament von Gott komme, und daß das frühere Heil des Volkes der Beschneidung durch den Herrn bewirkt worden sei.

V. l. 2. „Bei dem Auszuge Israels …. wurde Judäa sein Heiligthum.“ Als Israel, will er sagen, von der Knechtschaft der Ägyptier befreit wurde, da wurde Judäa sein Heiligthum. Nicht aber über Israel allein herrschte er, sondern es wird jetzt, will er sagen, allen Völkern die Gnade gewährt.

V. 4. „Die Berge hüpften wie Widder.“ Da Gott unter ihnen erschien, hüpften sie gleichsam wegen des Heiles Israels.

V. 5. „Was ist dir, o Meer, daß du flohest, und dir, Jordan, daß du dich zurückwandtest?“ Da diese ohne Vernunft und ohne Leben sind, so gibt er selbst für sie die Antwort.

V. 7. „Vor dem Angesichte des Herrn erbebte die Erde.“ Das alles, will er sagen, ist wegen der Ankunft des Herrn geschehen. Aus diesem Grunde das Beben der Erde und die Theilung des Meeres. Denn er überschwemmte auch den unfruchtbaren Felsen, der aller Feuchtigkeit beraubt war und wegen seiner Härte nicht zerschnitten werden konnte, mit reichlichem Wasser und ließ [S. 753] aus demselben reichliche Wasserquellen hervorkommen.1 Es ist also, will er sagen, nichts Ausserordentliches geschehen. Denn es gab der Schöpfer den Befehl, und das Meer zertheilte sich, und der abschüssige Fels sprudelte Wasser hervor, und der Himmel spendete Manna, die Winde führten die Wachteln herbei, und es ist alles Übrige auf seinen Wink geschehen.

V. 9. „Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib die Ehre.“ Er scheint auf den Abfall des Volkes der Beschneidung hinzudeuten und ihnen ein Gebet zum Bekenntniß zu übergeben, da die göttliche Kraft sie nicht mehr heimsucht. Er lehrt sie nämlich sagen: „Wir sind der Gnade unwürdig, deren jedes Volk gewürdigt worden ist. Aber wegen Deines Namens thue es, der im Anfang über uns angerufen worden ist. Vergilt uns aber nicht nach Gerechtigkeit, der Du der wahre Gott und nicht wie die Götzen bist.“ Deßhalb fügte er bei:

V. 12. „Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold, Werke von Menschenhänden.“ In einigen Abschriften bilden diese Worte den Anfang eines zweiten Psalmes, so daß derselbe der hundertvierzehnte ist. Wir aber schließen uns der hebräischen Theilung an und setzen Dieß in den hundertdreizehnten Psalm. Es werden die Diener belehrt, zu denen er sagte: „Lobet, ihr Diener, den Herrn.“ 2 nämlich Du, junges Volk. Welchen Herrn geziemt es sich zu loben“ Eben denselben nämlich, der bei den Agyptiern so große Wunder wirkte, wobei man erfahren konnte, von welcher Beschaffenheit ihre ehemaligen Götter waren. Denn die Götzen hatten nicht nur keine Ähnlichkeit mit dem wunderwirkenden Gotte, sondern nicht einmal mit den niedrigsten unter den belebten Wesen, die eine Empfindung haben. Diese sind ja Werke Gottes, jene aber Kunstwerke der Menschen. Sie werden aber angewiesen, zu sa- [S. 754] gen: „Sie sollen ihnen ähnlich werden.“ Nicht sollen sie eine Verwünschung über die Menschen aussprechen. Wir bringen nur in Erfahrung, welches Ende dem Götzendienst aufbewahrt ist. Die nämlich in ihrem Stumpfsinne auf die Götzen achten, werden sich an Einsicht von ihnen in Nichts unterscheiden, da ihnen die verborgene Thätigkeit der Dämonen diesen großen Nachtheil bringt.

V. 16. „Ähnlich sollen ihnen werden, die sie machen.“ Sie werden ebenso dem Verderben anheimfallen, wie der Reichthum und die, welche ihn aufhäufen.

V. 17. „Das Haus Israels hoffte auf diesen Herrn.“ Das sagen die Heiden: wie er einst Israel rettete, das auf ihn vertraute, so wird er auch jetzt die Heiden retten. Denn die den Herrn fürchten, sind wohl die Heiden. Denn wenn das Haus Israel, das heißt die ganze Menge beseitigt ist und das Haus Aaron und das Haus Levi, welche Leute können es noch anders sein, die den Herrn fürchten, als das Volk der Heiden?

V. 22. „Möge der Herr uns noch mehr gewähren, uns und unsern Söhnen.“ Er nämlich ist es, dessen Gesetze wir beobachtend 3 Damit man nämlich nicht glaube, daß die Gesetzgebung des Moses von einem Andern stamme, brachte er vor der Gesetzgebung die Erschaffung der Welt, bei welcher er zeigt, daß ein einziger Gott, das Übrige aber geschaffen ist.

V. 25. „Nicht die Gestorbenen werden Dich loben, o Herr!“ Gestorbene nennt er die Diener der Dämonen, die das Leben, das heißt die Kenntniß des einzigen Gottes nicht in sich haben. [S. 755]

1: V. 8.
2: Ps. 112, 1.
3: Die folgende Bemerkung kann sich nur auf die Worte in V. 23 beziehen: „der Himmel und Erde gemacht hat.“

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger