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Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 11.

XI.

V. 1. Zum Ende, für die Oktave, ein Psalm Davids.

Inhalt.

Es ist von der Oktave gesprochen worden bei dem sechsten Psalme. Er fleht, vom verdorbenen Geschlechte befreit zu werden. [S. 397] Das wäre aber das Geschlecht zur Zeit unsers Heilands Jesus Christus, von dem er selbst sagte: „Die Niniviten werden aufstehen und dieses Geschlecht verdammen.“1

V. 2. „Rette mich, o Herr; denn der Heilige hat aufgehört, die Wahrheit ist geschwunden unter den Menschenkindern.“ Er faßt die Verfolgungen gegen unsern Heiland kurz zusammen. Denn die Juden verließen die Wahrheit und übten gegen Christus die Lüge.

V. 3. „Trügerische Lippen, im Herzen.“ Denn während sie ihn Lehrer und gut nannten, faßten sie andere Rathschläge über ihn.

V. 4. „Es wird der Herr vertilgen alle trügerischen Lippen, eine großsprecherische Zunge.“ Denn wie ist nicht jene Zunge großsprecherisch, die gewagt hat zum Heiland zu sagen: „In welcher Macht thust Du das, und wer hat Dir diese Macht gegeben?“2

V. 5. „Die da sagen: Unsere Zunge wollen wir verherrlichen. Unsere Lippen sind für uns, wer ist unser Herr?“ Sie denken nämlich Dieß, daß sie Macht haben. Alles gegen den Heiland zu sagen, was sie nur immer wollen. Die Worte aber: „Wer ist unser Herr?“ sind diesen ähnlich: „Von Diesem wissen wir nicht, woher er ist.“« 3

V. 6. „Wegen der Mühsal der Bettler.“ Er meint die Bettler und Armen im Geiste. Wenn ich ihr Seufzen höre, sagt er, werde ich aufstehen. „Ich werde Heil schaffen, ich werde in ihm ohne Furcht handeln.“ das heißt, ich werde Allen das Heil offenbar machen, und ich werde dafür sorgen, daß es vernommen wird. Es wurde nämlich auf der ganzen Erde gepredigt. [S. 398]

V. 7. „Die Worte des Herrn sind rein Worte, Silber im Feuer geprüft.“ Wahr, will er sagen und die Worte, die über das Heil verkündet worden sind, wie das Silber, das oft geschmolzen worden ist. Siebenmal aber hat er für vielmal gesetzt, denn das ist der Sprachgebrauch der heiligen Schrift.

V. 8. „Du o Herr, wirst uns behüten. Deßhalb, sagt er wirst Du uns behüten, weil die Gottlosen uns umringen und unserm Heile nachstellen. Diese aber sind wohl die feindlichen bösen Machte.

V. 9. „Gemäß Deiner Erhabenheit hast Du die Söhne der Menschen vermehrt. Unter Erhabenheit versteht er die Kraft, unter Vermehrung aber die lange Zeit, so daß die Worte diesen Sinn haben: Durch Deine Kraft hast Du uns lange Zeit und ewiges Leben gegeben. Denn nach der heilbringenden Auferstehung wird uns das Leben in endlose Zeiten ausgedehnt. Oder er will mit dem Worte „Erhabenheit“ sagen: Du hast sie Dir ähnlich gemacht, so weit es bei einem Menschen möglich ist, oder Du hast sie einer großen Fürsorge gewürdigt.

1: Matth. 12, 41.-
2: Mark. 11, 28.
3: Joh. 9, 29.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger