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Apologeten, Frühchristliche - Vom Irrtum der heidnischen Religionen (De errore profanarum religionum)

4. Die Vergötterung der Luft durch die Assyrier und Afrikaner im Kult der Juno caelestis

1. Die Assyrier und ein Teil der Afrikaner nehmen an, daß die Luft die Führung unter den Elementen habe und verehren sie mit einer erträumten Vorstellung. Gerade ihr nämlich, das heißt der Luft, haben sie unter dem Namen Juno oder der jungfräulichen Venus - wenn überhaupt einmal der Venus Jungfräulichkeit gefiel - eine religiöse Weihe gegeben. Sie behaupten, Juno sei - natürlich darf auch hier Blutschande nicht fehlen - aus einer Schwester des Jupiter zu dessen Gemahlin geworden. Sie haben wahrhaftig dieses Element zu einem Weibe gemacht, ich weiß nicht durch welche Verehrung bewogen. Rufen sie etwa, weil die Luft zwischen Meer und Himmel gelagert ist, dieselbe durch Priester mit weibischen Lauten an? 2. Sage mir: Ist das eine Gottheit, die im Manne ein Weib sucht, der der Priesterchor nicht anders dienen kann, als daß sie ihr Gesicht weibisch gestalten, ihre Haut glätten und das männliche Geschlecht durch Weiberschmuck entehren? Man kann in ihren Tempeln bei öffentlichem Geseufze erbärmliche Aufzüge schauen,1 wie Männer sich als Weiber gebrauchen lassen und die Schmach ihres unreinen und unzüchtigen Leibes mit großsprecherischer Prahlerei kundtun. Sie geben ihre Schandtaten bekannt und bekennen die Schmach des befleckten Leibes mit der schändlichsten Ergötzung. Sie zieren weibisch ihre wohlgepflegten Haare, und bekleidet mit feinen Gewändern halten sie kaum ihr Haupt am schlaffen Nacken aufrecht. Wenn sie so das männliche Aussehen getilgt haben, rufen sie ganz erfüllt vom Flötenklang ihre Göttin an, um, vom ruchlosen Geiste erfüllt, törichten Menschen gleichsam die Zukunft vorauszusagen. Was ist das für eine Ungereimtheit oder was für eine Ungeheuerlichkeit? Sie verleugnen sich als Männer und sind doch keine «Weiber»; sie wollen als Weiber gelten, aber etwas anderes verrät jede Eigenschaft ihres Körpers. 3. Man muß auch bedenken, was das für eine Gottheit ist, welche an der Freundschaft mit einem unreinen Leib eine solche Freude hat, welche sich an unzüchtige Glieder hängt, welche durch Besudelung und Befleckung des Leibes versöhnt wird. Errötet über alle Maßen, ihr Elende; anders hat euch Gott geschaffen. Wenn eure Schar zum Richterstuhl des göttlichen Richters hinzutritt, werdet ihr nichts mit euch bringen können, was Gott, der euch erschaffen, gelten läst. Weiset diesen so unseligen Irrtum zurück und gebt die Neigungen unheiligen Sinnes endlich einmal auf. Verdammt nicht den Leib, welchen Gott geschaffen, durch das frevelhafte Gesetz des Teufels zu eurem Unheil; solange es die Zeit noch gestattet, schaffet Abhilfe. Die Barmherzigkeit Gottes ist reich, er verzeiht gerne. 4. Er läßt die neunundneunzig Schafe zurück und sucht das eine verlorene und als Vater gibt er dem verschwenderischen Sohne nach dessen Rückkehr ein Festgewand und bereitet ihm ein Mahl. Ich will nicht, daß die Menge der Vergehen euch in Verzweiflung stürze: der höchste Gott erlöst durch seinen Sohn Jesus Christus unseren Herrn alle, die es wollen, und verzeiht den Reuigen gerne und fordert nicht viel zur Verzeihung. Allein schon durch Glauben und Reue könnt ihr wieder erlangen, was immer ihr durch die ruchlosen Wahngebilde des Teufels verloren habt.

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger