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Apologeten, Frühchristliche - Vom Irrtum der heidnischen Religionen (De errore profanarum religionum)

28. Folgerung

1. Es möge deshalb abgewaschen werden dieser Schmutz, den du sammelst suche edle Quellen auf, suche reine Säfte damit dich dort nach vielfacher Befleckung Christi Blut mit dem Heiligen Geiste weiß waschen. Damit aber eine volle Überzeugung die elenden Menschen zu gesunder Vernunft zurückrufe, ist höhere Autorität vonnöten, auf daß nach Heilung und Gesundung der Vernunft keine Spur der vorausgehenden Seuche übrig bleibe. 2. Deshalb ist durch den Mund der Propheten und das göttliche Wort Gottes kundgetan worden, was die Götzenbilder sind oder welches Wesen sie haben; das ist alles im einzelnen zu sagen, auf daß es nicht durch unsere Unbedachtsamkeit vorgetragen, sondern durch göttliches Lehramt uns überliefert und durch himmlischen Ausspruch gekennzeichnet erscheine. Was ihr Wesen ist, wird durch einen verehrungswürdigen Ausspruch der Weisheit gezeigt; sie sagt nämlich in den Büchern Salomos: "Alle Götzen der Heidenvölker hatten sie für Götter gehalten, die doch weder ihre Augen zum Sehen gebrauchen noch ihre Nase zum Einatmen der Luft noch die Ohren zum Hören, bei denen auch ihre Finger an den Händen nicht zum Betasten da sind, aber auch ihre Füße träge sind zum Gehen. Denn ein Mensch hat sie gemacht, einer, der selbst den Odem entliehen, hat sie gebildet. Kein Mensch aber wird sich einen Herrn bilden können. Denn da er selbst sterblich ist, formt er mit ruchlosen Händen nur Totes. Er ist aber besser als die, welche er verehrt, weil er selbst lebt, sie aber niemals". Was suchen wir noch weiter? Die Weisheit hat uns mit göttlichem Wort ermahnt und was immer sie in den Geheimnissen Gottes geschaut, gelehrt und was heilsam war, gezeigt, damit nicht die gebrechliche und hinfällige Sterblichkeit in ihr Verderben und den Tod eilt. 3. Das gleiche lehrt in den Psalmen der Heilige Geist; wir finden nämlich im 134. Psalm also geschrieben: "Die Götzen der Heidenvölker sind Silber und Gold, das Werk von Menschenhänden. Einen Mund haben sie und reden nicht, Augen haben sie und sehen nicht, Ohren haben sie und hören nicht, und kein Atem ist in ihrem Munde. Ihnen sind ähnlich die, welche sie machen". Wenn der Künstler, welcher zur Schaustellung seiner Kunstfertigkeit ein Götterbild gemeißelt oder gegossen hat, mit göttlicher Strafe eines Verfluchten betroffen wird, so muß man zusehen, was der zu erwarten hat, welcher einen Gott nennt das, was ein anderer verkauft hat. 4. Auch Jeremias ermahnte, als er dem Volke auf Gottes Geheiß Gesetze gab, in folgender Rede das Volk: ,,Sprecht aber in eurem Herzen: Dich muß man anbeten, o Herr. Mein Engel aber ist mit euch, durch das Gesetz aber will ich eure Seelen ausforschen. Ihre Zunge ist vom Künstler geglättet, sie selbst auch, vergoldet und versilbert, sind sie Lügengebilde und können nicht reden. Und wie für eine Jungfrau, die den Putz liebt, nehmen sie Gold und fertigen Kränze auf die Häupter ihrer Götter. Es kommt aber vor, daß die Priester von ihren Göttern Gold und Silber wegnehmen und für sich selbst verwenden; sie werden von ihm sogar auch Buhldirnen geben, und sie schmücken jene1 wie Menschen mit Gewändern, die silbernen und goldenen und hölzernen Götter". Er fügt auch im folgenden hinzu, um jeden zaghaften Zweifel zu vertreiben: "Über ihren Leib und ihr Haupt fliegen die Nachteulen und Schwalben und Vögel gleicherweise: daher wißt ihr, daß es keine Götter sind. Fürchtet sie also nicht: Gold ist es, was sie an sich haben zur Gestaltung; wenn nicht jemand den Rost abschabt, wird es nicht glänzen. Auch fühlten sie es nicht, als sie gegossen wurden. Um einen Geldpreis sind sie gekauft, in denen kein Geist ist; da sie ohne Füße sind, werden sie auf den Schultern getragen". Er sagt noch weiter, um die gestärkte Vernunft noch mehr zu kräftigen: "Da ihr daraus erkennt, daß sie keine Götter sind, so fürchtet sie nicht. Und um die elende Schmach ihrer Priester zu zeigen, fährt er fort: "In ihren Tempeln sitzen die Priester mit zerrissenen Röcken, Kopf und Bart geschoren, ihre Häupterentblößt. Sie heulen aber und schreien vor ihren Göttern wie in der Höhle eines Toten". 5. Daß aber Könige und Völker dies über sie aussagen werden, kennzeichnet der gleiche Prophet mit weissagendem Ausspruch, er sagt nämlich: "Nachmals werden alle Völker und Könige erkennen, daß es Lügengebilde sind, daß es offenbar keine Götter sind und keine göttliche Kraft ihnen innewohnt. Einen König über ein Land werden sie nicht erwecken noch Regen den Menschen geben. Sie werden auch nicht Gericht sprechen noch ein Land vor Gewalttat retten, weil sie nichts vermögen. Und wenn Feuer den Tempel der hölzernen, vergoldeten und versilberten Götter ergreift, so werden sich ihre Priester retten, sie selbst aber verbrennen mitten darin, wie die Balken. Einem Könige aber und einem Krieg werden sie nicht Widerstand leisten. Wie sollte man also meinen oder annehmen, sie seien Götter? Weder vor den Dieben noch vor den Räubern können sie sich retten, die hölzernen und vergoldeten und versilberten Götter, welchen jene Starken Gold und Silber, mit dem sie überzogen sind, wegnehmen".

6. Nehmet weg, nehmet weg ohne Zagen, allerheiligste Kaiser, den Schmuck der Tempel. Diese Götter mögen das Feuer der Münzstätte oder die Flamme des Metallbergwerks schmelzen, alle Weihegeschenke verwendet zu eurem Nutzen und macht sie zu eurem Eigentum. Nach Vernichtung der Tempel seid ihr vermöge der Kraft Gottes zu Höherem fortgeschritten. Ihr habt die Feinde besiegt, das Reich vergrößert und habt, um euren Mut mit noch größerem Ruhm zu umgeben, mit Änderung und Verachtung der Jahreszeitenfolge im Winter, was noch nie geschehen ist noch geschehen wird, die schäumenden und tobenden Wogen des Ozeans bezwungen. Unter euren Rudern erzitterte die Woge eines bereits uns fast unbekannt gewordenen Meeres, und der Britanne entsetzte sich vor dem unverhofften Anblick des Kaisers. Was wollt ihr noch weiter? Vor eurem Mut wichen besiegt die Elemente zurück, 7. Daß aber Gott befiehlt, es sollen keine Götzenbilder gemacht werden, zeigen die Verordnungen des allerheiligsten Gesetzes an. Im Buche Exodus finden wir nämlich also geschrieben: "Ihr werdet euch keine silbernen Götter noch goldene Götter machen". Und wiederum im gleichen Buche finde ich das gebietende Wort Gottes: "Du wirst dir kein Götzenbild machen noch das Bild irgendeines Menschen". Schande kündet den Elenden der Heilige Geist an, weil er die Irrenden zurückrufen, nicht verderben will, und er sagt durch Isaias: "Ihr werdet mit Schanden beschämt werden, die ihr auf Schnitzbilder vertraut, die ihr zu den gegossenen Bildern sagt: Ihr seid unsere Götter". Er gibt auch ein Gesetz, welches das gottgeweihte Volk mit Ehrfurcht beständig beobachten soll, er gebietet also: "Du wirst Gott den Herrn anbeten und ihm allein dienen". Und im Deuteronomion werden ähnliche Gebote Gottes wahrgenommen, es heißt nämlich: "Es wird für dich keine anderen Götter geben außer mir". Er fährt noch fort, um ihren Herzen die Wucht seiner Majestät einzudrücken: "Sehet, sehet, daß ich es bin und daß es keinen Gott gibt außer mir. Ich werde euch vernichten und lebendig machen, schlagen und heilen, und es gibt niemand, der aus meinen Händen befreien könnte". 8. In der Apokalypse wird auch das gleiche in heiliger Offenbarung kundgetan; es steht nämlich geschrieben: "Und ich sah einen andern Engel mitten im Himmel fliegen, der ein ewiges Evangelium hatte, um es auf der Erde zu verkünden bei allen Stämmen, Geschlechtern, Sprachen und Völkern, indem er mit lauter Stimme sprach: "Fürchtet vielmehr den Herrn und gebet ihm, die Ehre; denn die Stunde seines Gerichtes ist gekommen. Betet ihn an, der Himmel und Erde, Meer und alles, was darin ist, gemacht hat". Auch unser Herr Jesus Christus, der die Anordnungen des väterlichen Gesetzes hütet, tut das gleiche in verehrungswürdiger Bestimmung kund; er sagt nämlich: "Höre Israel: der Herr dein Gott ist der einzige Gott und du wirst den Herrn, deinen Gott lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus deiner ganzen Kraft: das ist das erste. Und das zweite ist diesem gleich: du wirst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten". 9. Es folgt aber diesem göttlichen und verehrungswürdigen Gebot eine unvergängliche und heilige Schlußfolgerung des Herrn. Er fügt nämlich, um noch klarer den Weg des Heiles zu zeigen, bei und spricht also: "Das ist das ewige Leben, daß sie Dich erkennen, den einzigen wahren Gott und den Du gesandt hast, Jesus Christus. Ihr kennt nun die Beschaffenheit der heiligen Gebote; was ihr befolgen, was ihr vermeiden müßt, habt ihr aus den verehrungswürdigen und unvergänglichen Worten entnommen. Höret anderseits, welches Verderben die Verächter erwartet, mit welchem Unheil der Zwang eines verehrungswürdigen Gesetzes sie umstrickt hat. 10. Die Schlußfolgerung der verehrungswürdigen Gebote wird nämlich in folgende Worte zusammengefaßt: "Wer den Göttern opfert neben dem Herrn allein, wird vertilgt werden". Wenn bloß den gottlosen Menschen die furchtbare Strafe treffen würde, wenn bloß dem Sünder die Strenge des Gesetzes drohte, würde er wohl sich zum religiösen Frevel mit wahnsinnig hartnäckiger Verwegenheit ermutigen; nun droht er auch der Familie und den Nachkommen, und das tut er deswegen, damit kein Teil des verruchten Samens übrig gelassen werde, damit keine Spur des heidnischen Geschlechtes verbleibe; er sagt: "Wer den Göttern opfert, wird vertilgt werden". Bedenke, was du tust, elende und jämmerliche Einbildung. Deine Untat verdammt eine Menge, wird eine Menge verderben, über den ganzen Bestand deines Geschlechtes verteilt sich die fortwuchernde Strafe. Warum aber gegen die Opfernden die Macht des gegebenen Gesetzes so wütet, wird im Deuteronomion mit deutlicher Kennzeichnung kundgetan. So finden wir nämlich geschrieben: "Sie haben den Dämonen geopfert und nicht Gott". Gib dich «nicht» befleckten und unreinen Geistern preis, erwarte nicht von der Unterwelt Hilfe, flehe nicht zu denjenigen, welchen du mit Gottes Gnade gebieten sollst, 11. Siehe dieser Dämon, welchen du verehrst, erzittert, wenn er die Namen Gottes und seines Gesalbten2 hört und um uns auf unsere Frage zu antworten, bringt er kaum stotternde Worte zusammen; wenn er sich an einen Menschen hängt, wird er zerrissen, gebrannt, geschlagen und legt sofort ein Bekenntnis seiner begangenen Freveltaten ab. Daß du ihn nicht verehrst, ihn nicht anrufst, vor ihm dich nicht niederwirfst und die Kniee beugst, ist das Gebot oder vielmehr Verbot des verehrungswürdigen Gesetzes. Daher die Strenge der Strafe, daher das furchtbare Strafurteil, weil du das Joch der Knechtschaft lieber wählst als die durch Gottes Gnade gewährte Freiheit. Der höchste Gott hört nicht auf, dieses Verbrechen mit heilsamem Wort zu treffen, sondern seine Barmherzigkeit drängt durch oftmalige Drohung die irrenden Menschen zur Besserung. Höre, was das göttliche Wort durch den Propheten Isaias sagt: "Sie haben Götter angebetet, welche ihre Finger gebildet, und es beugte sich der Mensch und erniedrigte sich der Mann und nicht werde ich dies ihnen hingehen lassen". 12. Auch euch, o gottlose Menschen, redet die erzürnte Gottheit an und trifft noch immer eure Irrtümer mit heiligem Wort. Er sagt nämlich in folgendem durch denselben Propheten: "Ihnen habt ihr Trankopfer ausgegossen und ihnen habt ihr Opfer dargebracht; darüber soll ich mich nicht entrüsten? spricht der Herr". Noch immer läßt der Erlösergott seine Entrüstung in der Schwebe und schiebt die Strenge auf, ob das Sündigen euch nicht etwa reue, ob ihr nicht irgendwie dem Verderben eines gottlosen Willens ausweichet. Sehet, mitten in seiner heftigen Exilrüstung redet er wieder mit gemäßigten Worten zu und hält die Geißel seines Zornes nieder. Er sagt nämlich durch den Propheten Jeremias: "Gebet nicht fremden Göttern nach, um ihnen zu dienen, und betet sie nicht an, damit ihr mich nicht aufreizt mit den Werken eurer Hände zu eurem Verderben". 13. Warum verstopfst du, so zum Frevel geneigt, deine Ohren? Warum eilst du so in hartnäckig feuriger Raserei in dein tödliches Verderben? Frei hat dich Gott erschaffen; in deiner Hand liegt es, daß du lebest oder untergehst. Warum stürzt du dich in Abgründe? Auf schlüpfrigem Pfad befindlich, eben im Begriff zu fallen, halte einmal die taumelnden Füße an. Siehe das Urteil wird ausgesprochen, siehe die Strafe wird bestimmt. Lange hat die göttliche Milde deine Frevel geschont, lange hat sie über deine Untat gleichsam rücksichtsvoll hinweggesehen. Du gelangst zu jener mißlichen Lage, wo die Hoffnung, wo die Wünsche aufhören; lerne, um klarer unterrichtet zu sein, den Ausgang der Strafe kennen. Darüber ist in der Apokalypse ein vollgiltiger Ausspruch; es steht nämlich so geschrieben: "Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen an Stirne und Hand empfangen hat, wird auch er vom Zornwein Gottes trinken, der im Kelche seines Zornes gemischt ist, und mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden vor den Augen des Lammes, und der Rauch ihrer Qualen wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit, und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht alle, welche das Tier und sein Bild anbeten ".

1: Götter
2: Christi

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger