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Apologeten, Frühchristliche - Vom Irrtum der heidnischen Religionen (De errore profanarum religionum)

27. Nichtigkeiten der Götzen

1. Sein Kult sollte nach der Anordnung des verlorenen Folterers -- o Verruchtheit --immer wieder durch das Holz erneuert werden; er wollte, weil er wußte, daß das Leben des Menschen, geheftet ans Kreuzesholz, mit dem Gefüge ewiger Unsterblichkeit umgeben werde, die dem Verderben geweihten Menschen durch Nachäffung mit einem Holz täuschen. Bei dem phrygischen Kult, welchen man den der Göttermutter nennt, wird jedes Jahr ein Fichtenbaum gefällt, und mitten auf den Baum wird das Bild eines Jünglings gebunden. Bei dem Kult der Isis wird von einem Fichtenbaum der Stamm abgehauen. Der mittlere Teil dieses Stammes wird tief ausgehöhlt, dort wird die aus Holzstücklein gemachte Statue des Osiris beigesetzt. 2. Bei dem Kult der Proserpina wird ein Baum gefällt und in die Gestalt und Form einer Jungfrau gebracht, und wenn er in die Stadt hereingetragen worden ist, wird er vierzig Nächte hindurch beklagt, in der vierzigsten Nacht aber verbrannt. Doch auch jene anderen Hölzer, von denen ich gesprochen, verzehrt ein ähnliches Feuer. Denn nach einen Jahr verzehrt die Flamme auch den Stoß dieser Hölzer. Du hast dich geirrt, Elender, und zwar gewaltig geirrt. Nichts wird dir dieses Feuer nützen. Vergeblich schmeichelst du dir mit dieser Flamme, vergeblich erneuerst du immer mit deinen Einbildungen dieses Feuer. Das Feuer, welches wegen deiner Freveltaten Bestrafung fordert, wütet mit ewig fortdauernden Qualen. 3. Lerne die Beschaffenheit des göttlichen und erlösenden Holzes kennen, damit du weißt, daß dir auf keine Weise Hilfe zuteil wird. Aus der Sündflut hat das Menschengeschlecht eine hölzerne Arche erlöst; Abraham legte Hölzer auf die Schultern seines einzigen Sohnes; das aus Ägypten wegziehende Gottesvolk schützte ein hölzerner Stabs; ein Holz gab den durch Myrrhe bitter gewordenen Wasserquellen süßen Geschmack zurück; durch einen hölzernen Stab wird aus dem geistigen Felsen heilsames Wasser herausgeschlagen, und damit Amalek besiegt würde, wird Moses an einen Stab mit ausgespannten Händen ausgestreckt; der Patriarch sieht im Traum einen Engel, dicht an einer hölzernen Leiter stehend, und er sieht an ihr die einen ansteigen, die andern absteigen, und das göttliche Gesetz wird einer hölzernen Lade anvertraut, damit durch all das wie auf gewissen Stufen das Heil der Menschen zum Kreuzesplatz gelange. Deswegen hält das Zeichen eines Kreuzes die Himmelsmaschine zusammen, stärkt die Fundamente der Erde, führt die Menschen, die an ihm hängen, zum Leben. Das Holz des Teufels brennt stets und vergeht und führt samt seiner Asche die Menschen, welche daran glauben, in die Tiefen der Hölle. 4. Das soll auch nach seinem Wesen in «eingehender» Weise erörtert werden. Der Teufel läßt, wenn er seinen Baum weiht, in unheimlicher Nacht einen Widder an den Wurzeln des gefällten Baumes als Opfer darbringen. Wer hat dir, Verruchter, dies angeraten? Woher hast du das in verderblichem Gelüste gelernt? Stellst du dich immer gegen den höchsten Gott mit ruchloser Gier? Deswegen stürzt dich vom Himmel ein strenges Urteil der Gottheit in hinfälliger Niedrigkeit, deswegen wird dir durch den Richterspruch Gottes ewige Strafe bestimmt, weil deinen Freveltaten täglich eine neue Freveltat hinzugefügt wird, weil du den "Mann Gottes" durch betrügerische Überredung zu täuschen suchst. Schau, was der höhnische Feind zu seinen Gunsten entdeckt hat. Dem Abraham wird, als er seinen Sohn opfern wollte, auf Geheiß Gottes ein Widder unterschoben und an den Wurzeln eines nahen Baumes angebunden. 5. Der höchste Gott läßt, als er sein Volk aus der Tyrannei der Ägypter befreien wollte, bei Nacht einen Widder schlachten, und mit dessen Blut befahl er, die Türpfosten zu bestreichen. Dieser mußte dann nach seinem Geheiß von einer bestimmten Anzahl von Menschen in nächtlicher Mahlzeit verzehrt werden, und er gibt dem Opfer selbst den Namen Pascha. Aber dies erfand die Vorsehung der göttlichen Majestät als Vorbild zukünftiger Dinge, um uns in Zeichen das wahre Pascha zu zeigen. Deswegen sagt der Prophet, als er vom Leiden unseres Herrn auf Geheiß des göttlichen Geistes weissagte: "Wie ein Schaf ward er zur Schlachtbank geführt und wie ein Lamm vor seinem Scherer, so hat er seinen Mund nicht geöffnet. In Niedrigkeit ward sein Gericht weggerafft; wer hat seine Abkunft erzählt? Denn sein Leben wird von der Erde hinweggenommen". 6. Auch ein anderer Prophet hat eben dies in ähnlicher Weissagung kundgetan: "Herr, künde es mir an und ich werde es erkennen: dann sah ich ihre Gedanken. Ich werde wie ein Lamm ohne Böswilligkeit zur Schlachtbank geführt. Gegen mich ersannen sie einen Anschlag, indem sie sprachen: Kommet, wir wollen Holz auf sein Brot legen und sein Leben vom Erdboden vertilgen". 7. Daß aber unser Herr ein Lamm genannt wird, tut sich uns in der heiligen Offenbarung kund. In der Apokalypse finden wir nämlich so geschrieben: "Und ich sah inmitten des Thrones und der vier lebenden Wesen und inmitten der Ältesten das Lamm stehen wie getötet mit sieben Hörnern und sieben Augen, welches die sieben Geister Gottes sind, ausgesandt über den Erdkreis. Und es kam und nahm das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Throne saß, und als es das Buch erhalten hatte, fielen die vier lebenden Wesen und die vier Ältesten vor dem Lamme nieder, jeder mit goldenen Harfen voll Wohlgerüchen von den Flehrufen, welche die Gebete der Heiligen «sind», und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn Du bist getötet worden und hast uns für Gott mit Deinem Blute erlöst aus allen Geschlechtern und Sprachen und Völkern und Stämmen und sie zu einem Reich für unsern Gott und zu Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf der Erde". 8. Auch Johannes benennt den Sohn Gottes mit dem Namen Lamm, um ebenfalls der prophetischen Verheißung zu entsprechen. Es heißt nämlich im Evangelium: "Am andern Tag sah Johannes Jesus zu sich herankommen und er sprach: Sehet das Lamm Gottes, sehet, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt. Zum Heile der Menschen wird das verehrungswürdige Blut dieses Lammes vergossen, auf daß der Sohn Gottes seine Heiligen durch Vergießen des kostbaren Blutes erlöse, damit die durch Christi Blut Erlösten zuvor durch die Majestät unvergänglichen Blutes geweiht würden. Niemanden möge das bei den Götterbildern vergossene Blut treffen, und das Blut von Tieren möge elende Menschen nicht täuschen oder verderben. Dieses Blut befleckt, erlöst nicht, und es drückt den Menschen durch verschiedene Fälle zum Tode nieder. Elende sind es, welche durch das Vergießen des gottlosen Blutes besudelt werden. Dieses Stieropfer oder Widderopfer übergießt dich mit frevlem, befleckendem Blute.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger