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Apologeten, Frühchristliche - Vom Irrtum der heidnischen Religionen (De errore profanarum religionum)

18.

1. Wir wollen nun darlegen, an welchen Zeichen oder an welchen Symbolen sich die elende Menschenrotte bei ihren abergläubischen Kulten selbst erkennt. Sie haben nämlich eigene Zeichen eigene Parolen, welche ihnen bei diesen ruchlosen Versammlungen die Schule des Teufels gelehrt hat. In irgendeinem Tempel sagt der dem Tode geweihte Mensch, um in die inneren Teile eingelassen werden zu können: "Aus der Pauke habe ich gegessen, aus der Zimbel habe ich getrunken und habe die religiösen Geheimnisse gründlich gelernt", was auf griechisch heißt: ek tumpanou bebroka, ek kmbalou pepoka, gegona mutes Atteos1 . 2. In böser Weise bekennst du, elender Mensch, die verübte Freveltat. Einen verpestenden Giftsaft hast du geschlürft, und du leckst den todbringenden Kelch, von ruchloser Raserei angetrieben. Dieser Speise folgt stets Tod und Strafe. Was du getrunken zu haben verkündest, schnürt die Lebensader zum Tod zusammen und bringt durch fortgesetzte üble Befleckung den Wohnsitz der Seele2 in Unordnung. Eine andere Speise ist es, welche Heil und Leben spendet, eine andere Speise ist es, welche den Menschen dem höchsten Gott empfiehlt und versöhnt, eine andere Speise ist es, welche die Ermattenden erleichtert, die Irrenden zurückruft, die Gefallenen aufrichtet, welche den Sterbenden die Wahrzeichen ewiger Unsterblichkeit schenkt. Suche Christi Brot, Christi Kelch, damit das Wesen des Menschen unter Verachtung irdischer Vergänglichkeit durch unsterbliche Nahrung gesättigt werde. 3. Welches ist aber dieses Brot oder welchen Kelch verkündet die Weisheit in den Büchern Salomos mit lauter Stimme? Sie sagt nämlich: "Kommet und esset von meinen Broten und trinket den Wein, den ich gemischt habe". Und Melchisedech, der König von Salem und Priester des höchsten Gottes, hat dem heimkehrenden Abraham mit Brot und Wein des Segens Gnade dargeboten. Nachdem Jsaak den Jakob gesegnet hatte, sprach der Vater, als Esau das gleiche von seinem Vater flehentlich erbat, auch zu ihm: "Ich habe jenen zu deinem Herrn gemacht und alle seine Brüder zu seinen Dienern gemacht, mit Weizen und Wein ihn gestärkt". Da beweinte Esau sein Unglück mit jämmerlichem Wehklagen, weil er die Gnade des Weizens und des Weines, das heißt seines künftigen Glückes verloren hat. 4. Was aber der geheiligten Menschen von Gott durch dieses göttliche Brot zuteil wird, sagt der Heilige Geist durch Isaias: "So spricht der Herr: Siehe, die mir dienen, werden essen, ihr aber werdet hungern: siehe, die mir dienen, werden jauchzen, ihr werdet verwirrt werden, euch wird der Herr töten". Nicht nur wird dieses Brot vom höchsten Gott den Gottlosen und Unheiligen versagt, sondern auch Strafe angedroht und ein schlimmes Ende eines bitteren Todes bestimmt in der Weise, daß hungrigen Schlünden das Schicksal göttlicher Strafe aufgedrängt wird. 5. In der gleichen Richtung bewegen sich auch die verehrungswürdigen Aussprüche des 33. Psalms. Es sagt nämlich der Heilige Geist durch David: "Kostet und sehet, daß süß ist der Herr. Süß ist die himmlische Nahrung, süß die Gottesspeise, nicht hat sie in sich die traurige Qual eines elenden Hungers, sie entfernt aus dem Mark der Menschen die früheren Giftsäfte. Diese Tatsache bezeugen folgende Weissagungssprüche; es heißt nämlich: "Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen, weil es keine Not gibt für die, welche ihn fürchten. Die Reichen haben gedarbt und gehungert, die aber den Herrn suchen, werden keinen Mangel haben an irgendeinem Gute". 6. Du, der du im Tempel in der Prätexta einhergehst, der du in Purpur glänzest, dessen Haupt mit Gold oder Lorbeer beschwert ist, deinem Irrwahn folgt schmähliche Dürftigkeit und deinem Nacken droht das drückende Gewicht der Armut. Der Arme, den du verachtest ist im Überfluß und reich; einen Thron bereitet ihm Abraham in seinem Schoße. Dann wirst du durch den dazwischen befindlichen Flammenraum zur Linderung deiner Gewissenswunden einen kleinen Tropfen stillenden Wassers von ihm erbitten, doch Lazarus kann dir, wenn er auch wollte, eine Linderung deines Schmerzes nicht geben oder erflehen. Die Verdienste der einzelnen werden eben in entsprechender Weise vergolten. Jenem wird das Leben zugewendet wegen der Übel in dieser Welt, dir als Strafe ewige Qualen bestimmt wegen der Güter in dieser Welt. 7 Damit aber klarer erkannt werde, was denn das für ein Brot ist, durch welches das Verderben eines elenden Todes überwunden wird, hat der Herr selbst mit heiligem und verehrungswürdigem Munde es gekennzeichnet, damit die Hoffnungen der Menschen nicht durch anders geartete Erörterungen in verkehrter Auslegung getäuscht würden. Er sagt nämlich im Evangelium nach Johannes: "Ich bin das Brot des Lebens: wer zu mir kommt, wird nicht hungern; wer an mich glaubt, wird nie dürsten. Das gleiche bezeichnet er in ähnlicher Weise ebenfalls in folgendem; er sagt nämlich: "Wenn einer dürstet, so komme er und trinke, wer an mich glaubt". Und wiederum sagt er selbst, um den Gläubigen die Wesenheit seiner Majestät kundzutun: "Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes essen und sein Blut nicht trinken werdet, werdet ihr das Leben nicht in euch haben". 8. Darum habt keinen Anteil an der Speise der Pauke. O ihr elenden Sterblichen! Suchet die Gnade der heilsamen Speise, und trinket den unsterblichen Kelch. Christus ruft euch mit seinem Mahl zum Licht zurück und belebt die durch das schwere Gift brandig gewordenen Teile und steif gewordenen Glieder. Mit der Himmelsspeise erneuert den verdorbenen Menschen, damit durch göttliche Wohltaten, was in euch erstorben ist, neu auflebe. Ihr habt erfahren, was ihr tun sollt, wählt, was ihr wollt. Dort wird der Tod erzeugt, hier unsterbliches Leben geschenkt. [Lücke]

1: ……. bin ein Eingeweihter des Attis geworden
2: den Leib

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger