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Papstbriefe - Echte und unechte Papstbriefe 1 (42-309)
26. Felix I. (268 – 274)

2. Zweiter pseudoisidorischer Brief.

2. Zweiter pseudoisidorischer Brief

An die Bischöfe Galliens.

Felix, der Bischof, (sendet) allen in den Provinzen Galliens eingesetzten Bischöfen Gruß im Herrn.

Mit großer Betrübniß habe ich euer Schreiben gelesen, in welchem ihr von den Verfolgungen und Verleumdungen gegen euch berichtet; die von mir zu euerer Hilfeleistung berufene Synode, welcher mehr als 70 Bischöfe beiwohnten, hat über die Anklagen gegen Bischöfe Folgendes beschlossen (c. 1.): Wird ein Bischof von gesetzmäßigen Klä- [S. 471] gern beschuldigt, und erweist er sich als unverbesserlich, so soll er bei dem Primas angezeigt werden, welcher im Herbst oder Sommer eine Synode in derselben Provinz berufen wird, bei der jener Bischof erscheinen muß. (c. 2.) „Wenn aber (ein Bischof) seines oder des Eigenthums der ihm anvertrauten Kirche beraubt oder, was fern sei und allen gläubigen fremd sein soll, von seinem eigenen Sitze vertrieben oder in irgend einer Hast von seinen Schafen getrennt worden wäre, dann darf er nach dem Gesetze, bevor er nicht in den früheren Stand mit allen seinen Privilegien und Ehren zurückversetzt und Alles, was ihm durch die Nachstellungen seiner Feinde genommen wurde, wiedererstattet ist, weder vorgerufen noch gerichtet werden, ausser er zieht es aus eigenem Bedürfnisse vor, freiwillig zu kommen, keineswegs aber um gerichtet zu werden. Durchaus also darf er von Niemand zur Verantwortung gezogen werden, bevor ihm nicht Alles, was er durch die Anschläge seiner Feinde verloren hatte, von dem ehrwürdigen Concil in gesetzmäßiger Ordnung vollständigst wiederersetzt ist; sondern der Bischof muß mit allen Ehren in seinen früheren Stand zurückversetzt werden, und dann möge er, nachdem er seine Angelegenheiten frei und in Sicherheit geschlichtet und geordnet hat, innerhalb vier oder fünf oder sieben Monate, je nachdem es ihm möglich ist, nicht aber früher vorgeladen werden, und dann erscheine er rechtzeitig auf dem rechtmäßigen und gesetzlichen Concile zur Verhandlung und verantworte sich, wenn es so recht erscheint, auf die Fragen der Ankläger."1 (c. 3.) Ist er krank oder durch ein anderes wichtiges Geschäft verhindert, so schicke er an seiner Statt einen Gesandten zur Synode. (c. 4.) Nur von unbescholtenen und gutgesinnten Personen dürfen Anklagen angenommen werden. (c. 5.) „Wenn aber die Personen der Kläger bei dem Gerichte der Bischöfe sich als Schuldige [S. 472] erweisen, so dürfen sie zur Klage nicht zugelassen werden, ausser sie wollten ihre eigenen Angelegenheiten vertheidigen, nicht aber kriminelle oder kirchliche." 2 „Denn eine ehrlose Person kann weder Anwalt noch Zeuge sein." 3 „In Abwesenheit des Gegners aber werde der Kläger nicht gehört, auch kann das von dem Richter in Abwesenheit der einen oder anderen Partei gefällte Urtheil nie Rechtskraft erlangen. 4 „Ebenso wenig kann ein Abwesender durch einen Anderen klagen oder geklagt werden, noch darf ein Verwandter als Zeuge angenommen werden." 5 (c. 6.) Gegen einen feindlich gesinnten Richter muß Jedem die Appellation freistehen. (c. 7.) Fremde Gerichte sind allgemein verpönt. Diese Synodalbeschlüsse nun mögen Alle beherzigen und die Verfolgungen der Brüder aufgeben; die Verfolgten aber mögen Jene nicht fürchten, die den Leib, nicht aber die Seele tödten können. (c. 8.) Zugleich haben wir auf der Synode beschlossen und befehlen euch, daß über den Denkmälern der Märtyrer die Messen gefeiert werden, damit von Solchen6 nicht deren Andenken vertilgt oder deren Verehrung gehindert werden könne. 7Folgt noch Mehreres über die Zungensünden.

1: 2. Decret. cf. C. III. qu. 2, c. 8. (syn. III. Symmachi P. a. 501.
2: 3. Decret. cf. C. III. qu. 10, c. 3. u. C. IV. qu. 6, c. 3. (C. 19. conc. Carthag. III. a. 397.)
3: 4. Decret. cf. C. III. qu. 7, c. 1. (1. Rom. Visig. Paul. rec. sent. V. 5. s. 5.)
4: 5. Decret. cf. C. III. qu. 9, c. 11. (epit. Aegyd. ad Paul. rec. sent. V. 5. s. 5.)
5: 6. Decret. cf. C. III. qu. 9, c. 18.
6: Nemlich Feinden und Verfolgern der Kirche.
7: Diese verordnung, welche Ps.-Is. dem Pontificalbuche entnommen, ist wohl viel älter, da die Gräber der Märtyrer fast von Anfang an für die Feier des hl. Opfers bestimmt waren.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger