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Apologeten, Frühchristliche - Octavius

XXXV.

1. Und doch werden die Menschen durch die Bücher der gelehrtesten Männer und die Gesänge der Dichter an jenen feurigen Strom und jene Glut erinnert, welche immer wieder vom Stygischen Sumpf aus ihren Umlauf beginnt. Beides haben sie als ewige Peinigungsmittel aus den Mitteilungen der Dämonen und den Aussprüchen der Propheten erkannt und gelehrt. 2. Und deshalb schwört nach ihnen sogar Jupiter selbst, der Götterkönig, bei den versengenden Gestaden und dem finsteren Schlund in heiliger Scheu: er weiß eben die Strafe, die ihm und seinen Anbetern harrt, voraus und erschaudert davor. 3. Und für diese Martern gibt es weder Maß noch Ende. Dort brennt ein klug berechnendes Feuer die Glieder und heilt sie wieder, zerfrißt sie und nährt sie wiederum. Und wie das Feuer des Blitzes den Körper berührt, aber nicht verzehrt, wie die Feuer des Ätnaberges und des Vesuvs und sonstiger Erdbrände lodern, ohne sich zu verbrauchen, so wird jenes strafende Feuer nicht durch Verzehrung der brennenden Körper genährt, sondern durch deren unaufhörliche Zerfleischung erhalten. 4. Daß aber diejenigen, welche Gott nicht kennen, mit Recht gemartert werden, als Ruchlose, als Ungerechte, das kann nur ein Gottloser bezweifeln; ist es ja gewiß kein geringerer Frevel, den Vater des Alls und Herrn des Alls nicht zu kennen, als ihn zu beleidigen. 5. Es reicht nun zwar schon die Unkenntnis Gottes zur Strafwürdigkeit hin, wie seine Erkenntnis zur Aussicht auf Verzeihung beiträgt. Indessen werden wir Christen im Vergleich mit euch, wenn auch bei einigen unsere Vorschriften zu wenig ausgeprägt sind, viel besser als ihr befunden. 6. Denn ihr verbietet den Ehebruch und begeht ihn; wir sind als Ehemänner nur für unsere Ehefrauen auf der Welt. Ihr straft Vergehen, die ihr zulaßt; bei uns gilt schon der bloße Gedanke daran als Sünde. Ihr fürchtet die Mitwisser, wir sogar das Gewissen allein schon, ohne das wir nicht sein können. Von euren Leuten endlich wimmeln die Gefängnisse; Christ ist dort keiner, es sei denn, er ist wegen seiner Religion angeklagt oder abtrünnig geworden.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger