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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XCV-XCVI: Homilie über die Seligkeiten der Bergpredigt. - Rede gegen die Häresie des Eutyches.

Sermo XCVI. Rede gegen die Häresie des Eutyches. (Gehalten in der Basilika der heiligen Anastasia)

1.

Geliebteste! Geschickte und erfahrene Ärzte pflegen die Krankheiten, denen die schwache menschliche Natur ausgesetzt ist, durch geeignete Mittel zu verhüten und anzugeben, wie man eine Untergrabung seiner Gesundheit vermeiden kann. Geradeso ist es die Pflicht des Oberhirten, Vorsorge zu treffen, daß nicht die Bosheit der Ketzer der Herde des Herrn irgendwelchen Schaden zufügt, und zu zeigen, wie man sich vor den ruchlosen Überfällen dieser Wölfe und Räuber sicherstellen soll. Nie vermochte sich ja die Gottlosigkeit der Häretiker so versteckt zu halten, daß sie nicht immer wieder von unseren heiligen Vätern aufgedeckt und rechtmäßigerweise verurteilt worden wäre. Daher konnte es auch unserer Sorgfalt, mit der wir, Geliebteste, über euch wachen, nicht entgehen, daß einige Ägypter, namentlich Kaufleute in unsere Stadt gekommen sind und die Schandtaten verteidigen, die in Alexandrien von den Irrgläubigen verübt wurden. Sie behaupten, Christus habe nur eine göttliche Natur besessen, und der menschliche Leib, den er aus der Jungfrau Maria annahm, sei kein wirklicher Leib gewesen. Diese gottlose Lehre sagt also, die menschliche Natur ist nur scheinbar vorhanden und die göttliche ist leidensfähig. Aus welchem Grunde und in welcher Absicht sie dies zu sagen wagen, darüber kann kein Zweifel sein. Da sie selbst von der Wahrheit des Evangeliums abgewichen und den Lügen des Satans gefolgt sind, so möchten sie auch noch andere mit sich ins Verderben reißen. Darum ermahne ich euch als treubesorgter Vater und Bruder: Laßt euch nicht irgendwie ein mit den Widersachern des katholischen Glaubens, die die Kirche bekämpfen, die Menschwerdung des Herrn leugnen und sich gegen das von den Aposteln festgesetzte Bekenntnis auflehnen! Sagt doch der Apostel: "Einen ketzerischen Menschen meide nach ein oder zweimaliger Zurechtweisung; denn du weißt, daß ein solcher verkehrt ist und sündigt, da er durch sein eigenes Urteil verdammt ist!"1 .

1: Tit 3,10 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger