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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XCV-XCVI: Homilie über die Seligkeiten der Bergpredigt. - Rede gegen die Häresie des Eutyches.
Sermo XCVI. Rede gegen die Häresie des Eutyches. (Gehalten in der Basilika der heiligen Anastasia)

2.

Wer einem gottlosen Lehrer anhängt, durch die, wie er weiß, schon viele vor ihm ihren Untergang gefunden haben, geht an seiner eigenen Hartnäckigkeit zugrunde und trennt sich durch seine eigene Torheit von Christus. Ebenso der, welcher die falschen Glaubenssätze des Photinus, die tollen Lehren des Mani und die wahnwitzigen Anschauungen des Apollinaris, die unsere heiligen Väter bekanntlich verworfen haben, für gottgefällig und katholisch hält. Wer also das Geheimnis der Menschheit des Herrn leugnet, schließt sich zum Verderben seiner eigenen Seele einer Irrlehre an. Und doch ist sie nicht neu, sondern schon lange verurteilt. Finden wir denn im ganzen Evangelium etwas anderes, als daß gerade durch dieses Geheimnis der göttlichen Barmherzigkeit allein dem Menschengeschlechte in allen Gläubigen Rettung gebracht wurde? Lehrt es uns nicht, daß der eingeborene Sohn Gottes, der in allem dem Vater gleich ist, unsere Natur annahm, wobei er blieb, was er war, und sich so als wahrer Gott dazu herabließ, das zu werden, was er nicht war, nämlich wahrer Mensch? Ohne irgendwie von der Sünde befleckt zu werden, vereinigte er mit sich unsere Natur voll und ganz in einem wahrhaftigen Leibe und in einer wahrhaftigen Seele. Durch die Kraft des Heiligen Geistes wurde er von seiner hochheiligen jungfräulichen Mutter empfangen. Er verschmähte es also nicht, von einem Weibe geboren zu werden und sich ganz wie ein Kind zu entwickeln. Daß also das "Wort des göttlichen Vaters" zugleich auch Mensch ist, das offenbarte er durch die Macht seiner Gottheit und die Schwäche seines Fleisches. Mit seinem Körper hängen seine menschlichen Handlungen zusammen, mit seinem göttlichen Wesen dagegen seine überirdischen Kräfte. Ein Zeichen seiner menschlichen Natur ist es, wenn ihn hungert und dürstet und ihn der Schlaf übermannt. Den Menschen zeigt er uns, wenn er sich fürchtet, weint und trauert, wenn er am Kreuze hängt, stirbt und ins Grab gelegt wird. Göttlich dagegen ist es, über das Meer dahinzuschreiten, Wasser in Wein zu verwandeln, Gestorbene zum Leben zu erwecken, die Welt durch seinen eigenen Tod erbeben zu machen und mit seinem auferstandenen Fleische hoch über alle Himmelshöhen emporzusteigen. Darum können gläubige Seelen nicht darüber im Zweifel sein, was sie seiner Menschheit, was seiner Gottheit zuzuschreiben haben. In beiden Naturen wohnt ja der "eine" Christus, der einerseits nicht seine göttliche Macht verlor und andererseits durch seine Geburt ein wahrer und vollständiger Mensch wurde.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger