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Apostolische Väter - Der Hirte des Hermas
III. Gleichnisse
Neuntes Gleichnis

11. Kap. Hermas bleibt bei den Jungfrauen zurück.

1. Die Jungfrauen sprachen zu mir: „Heute kommt der Hirte nicht mehr hierher.“ „Was soll ich nun tun?“ „Warte auf ihn bis zum Abend. Wenn er kommt, wird er mit dir reden; wenn er nicht kommt, warte mit uns hier, bis er kommt.“ 2. Ich erwiderte: „Bis zum Abend will ich auf ihn warten; wenn er aber nicht kommt, werde ich nach Hause gehen und morgen früh zurückkehren.“ Diese aber erwiderten mir: „Uns bist du übergeben; du darfst dich von uns nicht entfernen.“ 3. „Wo soll ich denn bleiben?“ „Du wirst bei uns schlafen wie ein Bruder, nicht wie ein Mann; du bist unser Bruder, und wir wollen fernerhin bei dir wohnen; denn wir lieben dich sehr.“ Ich aber errötete darüber, dass ich bei ihnen bleiben sollte. 4. Jene aber, welche die erste unter ihnen zu sein schien, begann mich zu küssen und mich zu umarmen; als aber die anderen sahen, dass diese mich umarmte, fingen auch sie an, mich zu küssen, mich rings um den Turm herumzuführen und mit mir zu spielen. 5. Und wie wenn ich jünger geworden wäre, fing auch ich an, mit ihnen zu spielen. Die einen führten einen Reigen auf, die anderen tanzten, wieder andere sangen; ich aber ging schweigend mit ihnen um den Turm und war froh mit ihnen. 6. Als es [aber Abend] geworden war, wollte ich in mein Haus zurückkehren; [S. 268] aber sie ließen mich nicht fort, sondern hielten mich zurück. So blieb ich die Nacht bei ihnen und schlief bei dem Turme. 7. Die Jungfrauen breiteten nämlich ihre leinenen Gewänder auf den Boden aus und legten mich in ihre Mitte und sie taten gar nichts als beten; auch ich betete ohne Unterbrechung mit ihnen, und zwar nicht weniger als sie. Und die Jungfrauen freuten sich darüber, dass ich so betete. Ich blieb daselbst bei den Jungfrauen bis zur zweiten Stunde des anderen Tages. 8. Dann kam der Hirte und sagte zu den Jungfrauen: „Habt ihr ihm etwa was Unrechtes getan?“ „Frage ihn selbst“, erwiderten sie. Ich sagte ihm: „Herr, ich bin froh darüber, dass ich bei ihnen geblieben bin.“ „Was hast du zu essen bekommen?“ „Meine Speise war die ganze Nacht hindurch das Wort Gottes.“ „Haben sie dich gut aufgenommen?“ „Gewiss, Herr.“ 9. „Was willst du jetzt“, fuhr er fort, „zuerst hören?“ „So, Herr, wie du es mir von Anfang an gezeigt hast; ich bitte dich, Herr, dass du es mir so erklärest, wie ich dich frage.“ „Wie du willst werde ich es dir erklären und gar nichts vor dir geheim halten.“

 

 

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Inhaltsverzeichnis
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger