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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo LXXXVI-XCIV: Neun Predigten über das Fasten im September.
Sermo LXXXVIII. 3. Predigt über das Fasten im September.

5.

Trachten wir also, Geliebteste, nach dieser segenbringenden Festigkeit heiliger Eintracht! Unterziehen wir uns einmütig und willigen Sinnes dem feierlichen Fasten! Von niemand wird etwas Hartes und Schwieriges verlangt. Weder die Enthaltsamkeit noch das Almosen legt uns etwas auf, was unsere Kräfte übersteigt. Jeder weiß am besten, was er leisten kann und was für ihn unmöglich ist. Jeder möge sein Scherflein selber bestimmen und sich nach einer gerechten und verständigen Einschätzung selbst besteuern, damit er seine mildtätigen Gaben nicht widerwillig darbringt oder eine Schädigung darin sieht! Alle sollen eine solche Gesinnung zu ihren Werken der Barmherzigkeit mitbringen, daß sie ihr Herz heiligen, ihr Gewissen rein waschen, kurz dem Geber wie dem Empfänger nützlich sind! Glücklich und bewunderungswert ist eine Seele, die sich aus Liebe zur Mildtätigkeit nicht scheut, das Vermögen zu verringern, die fest davon überzeugt ist, daß Gott, der ihr jetzt die Mittel gibt, um Gutes zu wirken, diese ihr auch fernerhin nicht versagen wird. Da aber eine solch hochherzige Gesinnung nur wenigen eigen ist und es zur allseitigen Befolgung der Nächstenliebe gehört, daß keiner die Sorge für seine eigenen Angehörigen vernachlässigt, so stellen wir den gemeinsamen Grundsatz auf, daß jeder von euch nach Kräften dem göttlichen Gebote nachkommt, ohne daß wir damit dem Streben nach größerer Vollkommenheit vorgreifen möchten. Unsere Mildtätigkeit muß aus freudigem Herzen kommen. Wir müssen also unsere Gaben so einrichten, daß einerseits die unterstützten Armen sich darüber freuen, andererseits der notwendige Aufwand für unsere Familie dadurch keinen Schaden erleidet. "Der aber den Samen reicht dem Säenden, wird auch Brot zum Essen gewähren und eueren Samen vervielfältigen und das Wachstum der Früchte euerer Gerechtigkeit mehren."1 . So wollen wir denn am Mittwoch und Freitag fasten, am Samstag aber beim hochseligen Apostel Petrus gemeinschaftlich die Vigilien feiern! Vertrauen wir doch darauf, daß uns gerade durch seine Verdienste und auf seine Fürsprache hin in allem Gottes Barmherigkeit zuteil werden soll durch unseren Herrn Jesus Christus, der lebt und waltet in Ewigkeit. Amen.

1: vgl.2 Kor 9,10

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger