Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo LXXXVI-XCIV: Neun Predigten über das Fasten im September.
Sermo LXXXVII. 2. Predigt über das Fasten im September.

4.

Bei der Durchführung dieses Fastengebotes müssen sich, Geliebteste,1 sondern auch die, welche sich des Genusses der Speisen enthalten, Früchte der Barmherzigkeit erwerben, damit sie um so mehr ernten, je mehr sie gesät haben. Einer solchen Aussaat droht nie Enttäuschung. Die Pflege der Mildtätigkeit berechtigt stets zu den reichsten Hoffnungen. Ein derartiger Samen wird weder durch Sonnenglut verzehrt, noch durch Regen fortgeschwemmt, noch durch Hagel vernichtet. Was man auf werktätige Liebe verwendet, ist gegen jeden Schaden gesichert. Diese Gaben bleiben nicht nur erhalten, sondern vermehren sich und steigern ihren Wert: Weltliche Dinge verleihen ein Anrecht auf das Himmelreich. Kleines wird der Anlaß zu Großem, und was wir hier auf Erden spenden, bringt uns dort oben ewigen Lohn. Daher soll ein jeder von euch, der den Reichtum liebt, der seinen Besitz zu vergrößern trachtet, nach einem solchen Gewinne verlangen, auf eine solche Vermehrung seiner Gabe bedacht sein, daß "kein Dieb etwas rauben, keine Motte etwas verderben und der Rost nichts verzehren kann!"2 . Mach dir keine Sorgen wegen des Zinses und mißtraue nicht dem, der deine Gabe empfängt! "Was ihr einem von diesen getan habt, das habt ihr mir getan!"3 . Überleg dir, wer dies sagt, und erfasse voll Zuversicht mit dem scharfen Blicke des Glaubens, bei wem du deine Schätze hinterlegst! Zweifle nicht an der Rückzahlung, wenn Christus dein Schuldner ist! Unsere Freigebigkeit sei nicht ängstlich und unser Fasten nicht traurig, denn "Gott liebt einen fröhlichen Geber!"4 . Auch bleibt er seinen Worten getreu, und vergilt er uns reichlich, wenn wir etwas von dem spenden, was uns zu mildreicher Spende verliehen hat Jesus Christus, unser Herr, der lebt und waltet in Ewigkeit. Amen.

1: nicht nur die Kranken, die eine solche Bürde nicht auf sich nehmen können,
2: vgl.Mt 6,19 u.a.
3: Mt 25,40
4: 2 Kor 9,7

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis

Navigation
Sermo I-V: Dankrede ...
Sermo VI-XI: Sechs ...
Sermo XII-XX: Neun ...
Sermo XXI-XXX: Zehn ...
Sermo XXXI-XXXVIII: ...
Sermo XXXIX-L: Zwölf ...
Sermo LI: Homilie übe...
Sermo LII-LXX: Neunzehn ...
Sermo LXXI-LXXII: Zwei...
Sermo LXXIII-LXXIV: ...
Sermo LXXV-LXXVII: ...
Sermo LXXVIII-LXXXI: ...
Sermo LXXXII-LXXXV: ...
Sermo LXXXVI-XCIV: ...
. Sermo LXXXVI. 1. Predigt ...
. Sermo LXXXVII. 2. Pred...
. . 1.
. . 2.
. . 3.
. . 4.
. Sermo LXXXVIII. 3. ...
. Sermo LXXXIX. 4. Predigt ...
. Sermo XC. 5. Predigt ...
. Sermo XCI. 6. Predigt ...
. Sermo XCII. 7. Predigt ...
. Sermo XCIII. 8. Predigt ...
. Sermo XCIV. 9. Predigt ...
Sermo XCV-XCVI: Homilie ...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger