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Papstbriefe - Echte und unechte Papstbriefe 1 (42-309)

4. Clemens I. (91 – 100)

Vorwort Clemens

Vorwort

IV. Der heilige Clemens I.
(vom Jahre 91—100) [S. 42] [S. 43]

Da Clemens I., meist Clemens Romanus genannt, nicht nur ein Zeitgenosse, sondern auch ein Mitarbeiter der Apostelfürsten gewesen, von Vielen auch für den unmittelbaren Nachfolger des hl. Petrus gehalten wurden, denen Linus und Cletus gleichsam nur für Generalvicare des Clemens galten, stand sein Name von Alters her im höchsten Ansehen. Diesem Umstande jedenfalls ist es zuzuschreiben, daß von keinem Papste der ersten drei Jahrhunderte so viele Christen aufgeführt werden als von Clemens. Aus der nicht unbedeutenden Zahl der unter seinem Namen überlieferten Schriften ist ohne Widerspruch als echt anerkannt nur sein (1.) Brief an die Corinthier; als echt erkläre ich ferner mit Wettstein, Gallandius, Stolberg, Möhler, Permaneder, Zingerle, Malou, Bischof von Brügge, Villecourt, Bischof von La Rochelle, und Beelen die zwei Briefe an die Jungfrauen, während die Authenticität eines zweiten von Vielen gleichfalls an die Corinthier überschriebenen Briefes sehr zweifelhaft bleibt; ebenso ist es unentschieden, ob Clemens den Brief des Apostels Paulus an die Hebräer nach dessen Anweisungen und in dessen Auftrag verfaßt habe. — Als sicher apokryph gelten die angeblich von den Aposteln erlassenen, von Clemens redigirten Canones und Constitutionen der Apostel mit der im 8. Buche der letzteren enthaltenen Liturgie, die übrigens viele Bestandtheile aus der Zeit des hl. Clemens enthalten mag; ferner seine Homilien (schlechthin Clementinen genannt) und die aus diesen [S. 44] später verfaßten 10 Bücher der Recognitionen; endlich zwei Briefe, die Clemens an den Apostel Jacobus geschrieben haben soll, und welche Pseudoisidor um mehr als das Doppelte vermehrt mit noch drei anderen von ihm compilirten Briefen in seinen Codex aufgenommen hat. Andererseits ist es fast gewiß, daß so manches wirklich von Clemens Herrührende verloren gegangen ist. So haben wir unter den 10 clementinischn Fragmenten eines, welches Leontius 1: „Aus dem neunten Briefe des hl. Clemens von Rom" überschrieb und zu keinem der uns erhaltenen echten oder unechten Schreiben des hl. Clemens gehört; ebenso deutet der hl. Abt Maximus 2 in seiner Apologie der Schriften des hl. Dionysius Areopagita an, daß ihm mehr Briefe von Clemens als die zwei an die Corinther bekannt gewesen; endlich citirt Dionysius Barsalibi3 einen Brief, den Clemens Romanus gegen die, welche die Ehe verwerfen, geschrieben habe. Das Collegium der Protonotare verehrt den hl. Clemens als seinen Patron und führt dessen Bild in seinem Wappen; denn das Pontificalbuch berichtet, daß er Rom in 7 Regionen unter 7 Notare vertheilt habe, welche die Acten der Märtyrer sammeln sollten; diese Regional - Notare aber gelten als die Vorläufer der heutigen Protonotare. 4 [S. 45]

1: Leontius, früher Advocat, nach Einigen Priester in Coustantinopel, hernach Mönch in der Laura des hl. Sabbas bei Jerusalem, ist ein Kirchenschriftsteller des sechsten Jahrhunderts.
2: Maximus war Abt eines Klosters bei Coustantinopel und starb als entschiedener Bekämpfer der Monotheleten im Exil im Jahre 662; cf. Biblioth. Patr. max. t. II. p. 120.
3: Dionysius Barsalibi lebte in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts und war Bischof von Amida und monophysitischer Kirchenschriftsteller; s. Assemani, Biblioth. Orient. t. II. p. 158.
4: Vgl. Micke, die apostolischen Protonotare, im Archiv für kath. Kirchenrecht 20. (Neue Folge 14.) Bd. S. 180.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger