Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo LXXXII-LXXXV: Je eine Predigt zu Ehren der beiden Apostelfürsten und des heiligen Petrus allein. - Strafpredigt wegen der geringen Teilnahme der Römer an der jährlich begangenen Dankfeier für ihre Befreiung von den Vandalen. - Predigt zu Ehren des heiligen Laurentius.
Sermo LXXXIII. Auf den Todestag des heiligen Apostels Petrus.

3.

Als das Leiden des Herrn nahte, das die Standhaftigkeit der Jünger auf eine harte Probe stellen sollte, sprach dieser: "Simon, Simon, siehe der Satan hat nach euch verlangt, um euch zu sieben wie den Weizen! Ich aber, habe für dich gebetet, daß dein Glaube nicht nachlasse. Und wenn du einst bekehrt bist, so stärke deine Brüder, damit ihr nicht in Versuchung fallet!"1 . Allen Aposteln drohte die gleiche Gefahr, der Furcht zu unterliegen. Unterschiedslos bedurften sie der Hilfe des göttlichen Schutzes, da der Teufel alle zu versuchen, alle zu verderben trachtete. Und doch ist der Herr besonders für Petrus besorgt und betet namentlich für des Petrus Glauben, gleich als ob die Haltung der anderen eine standhaftere wäre, wenn der Mut des Oberhauptes unbezwungen bliebe. In Petrus wird also die Kraft aller gefestigt und der Beistand der göttlichen Gnade so geregelt, daß die Stärke, die durch Christus dem Petrus verliehen wird, durch Petrus auf die Apostel übergeht. Nach seiner Auferstehung sprach der Herr zum heiligen Apostel Petrus, nachdem er ihm bereits die Schlüssel zum Himmelreiche übergeben hatte, auf die dreimalige Versicherung ewiger Liebe hin, dreimal die bedeutungsvollen Worte: "Weide meine Schafe!"2 . Dies tut er zweifellos auch jetzt noch. Als treubesorgter Hirte erfüllt er die ihm vom Herrn übertragene Aufgabe, indem er uns durch seine Mahnungen stärkt und unablässig für uns bittet, damit wir keiner Versuchung zum Opfer fallen. Wenn er aber auch sicherlich allerorts dem gesamten Volke Gottes seine fürsorgende Liebe angedeihen läßt, in welch höherem Maße wird er dann erst uns , seinen Pflegekindern, seine Hilfe zuwenden, uns, bei denen er an heiliger Stätte in demselben Fleische, in dem er unser Oberhaupt war, im seligen Todesschlafe schlummert! Da wir also sehen, Geliebteste, daß uns infolge göttlicher Anordnung ein so mächtiger Schutz zur Seite steht, so ist unsere Freude über die Verdienste und die Würde unseres Führers wohlberechtigt. Nur müssen wir auch dem ewigen Könige, unserem Erlöser, dem Herrn Jesus Christus, dafür danken, daß er dem solche Vollmacht gab, den er zum Haupte der ganzen Kirche bestellte, um seinen Namen zu ehren und zu preisen, dem Ruhm und Herrlichkeit eigen ist, in Ewigkeit. Amen.

1: Lk 22,31.32.40
2: Joh 21,15 ff.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis

Navigation
Sermo I-V: Dankrede ...
Sermo VI-XI: Sechs ...
Sermo XII-XX: Neun ...
Sermo XXI-XXX: Zehn ...
Sermo XXXI-XXXVIII: ...
Sermo XXXIX-L: Zwölf ...
Sermo LI: Homilie übe...
Sermo LII-LXX: Neunzehn ...
Sermo LXXI-LXXII: Zwei...
Sermo LXXIII-LXXIV: ...
Sermo LXXV-LXXVII: ...
Sermo LXXVIII-LXXXI: ...
Sermo LXXXII-LXXXV: ...
. Sermo LXXXII. Auf den ...
. Sermo LXXXIII. Auf ...
. . 1.
. . 2.
. . 3.
. Sermo LXXXIV. Strafpredigt ...
. Sermo LXXXV. Auf den ...
Sermo LXXXVI-XCIV: ...
Sermo XCV-XCVI: Homilie ...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger