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Armenische Väter - Worte der Ermahnung über die Einsiedler

7.

Deshalb sind auch alle Leiden über unsere Tage gekommen. Wir sahen in unserem Leben unsere eigenen Leichen. Unsere starken Führer fielen im Krieg und unsere heiligen Priester wurden hingemordet durch die Ungläubigen. Die blühenden Jünglinge fielen in der Schlacht und viele Jungfrauen wanderten in die Gefangenschaft. Zarte Frauen traf das Elend der Witwenschaft und viele Waisen klagen in Bitterkeit. Die freie Kirche geriet in die Sklaverei der Heiden, und ihre heiligen Priester werden mißhandelt und gefoltert von den Steuererhebern. Die Barmherzigkeit ist aus dem Land verschwunden, gewichen vom Geiste aller die Milde. In der Höhe zürnt der Himmel und die Erde unten zittert und bebt.

Unsere Häuser sind die Gräber unserer Helden geworden. Das Werk unserer Hände stürzt über uns ein. Die Fruchtbarkeit des Landes ist zerstört und vernichtet und viele Menschen wandern hinaus in die Zerstreuung. Dem Vater dient der Sohn nicht mehr, und die Schwester wartet nicht auf den Bruder, und das Klagegeschrei der Weiber über ihre Kinder dringt nicht mehr ans Ohr, weil der Hunger ihren Mund zum Schweigen gebracht hat. Die Helden wurden plötzlich hingerafft wie die [S. 297] hohen Zedern des Libanon. Kelter des Zornes wurden wir, und alle wurden zertreten wie die Trauben unter den Füßen, aber statt des Weines spritzte das Blut der Unschuldigen auf unsere Kleider. Bitterer als Galle ist das Brot in unserem Gaumen, und unser reiner Wein ist zu Essig geworden. Unter Verwundeten sind wir verwundet alle an unserer Seele und an unserem Leib, und unter Toten kosten wir den Tod. Und nun? Sind nicht wegen unserer Lauheit diese Heimsuchungen wahrlich über das Land hingegangen?

 

 

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Einleitung zu den Worten der Ermahnung über die Einsiedler

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger