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Armenische Väter - Worte der Ermahnung über die Einsiedler

2.

Zumal in der Ordnung regelmäßig wiederkehrenden, ununterbrochenen Dienstes bringen sie frohen Geistes dem Vater aller heilige Gesänge dar. Sie stehen einander gegenüber, die Augen niedergeschlagen, gegen die Spitzen der Fußzehen gerichtet, als ob sie alle auf [S. 292] einen Punkt blickten. Die rechte Hand halten sie über die Wange, die linke über die Brust, wie ich meine, belehrt von den eigenen Vätern. Zwar sind das Vornehmere im Leibe das Leben und das Denken. Mit beiden dienen sie beiden. Dem Leben ist das Zürnende entgegengesetzt, dem Denken die äußeren Dinge. Indem sie nun den linken Zügel in die Hand nehmen, soll die Anlage zum Zorn gezügelt werden; und indem man die rechte Hand über die rechte Wange legt, tut er den Dienst der Geisteswache an der Türe des Zugangs der Worte, damit nichts Fremdes die richtige Verehrung störe. Und mit diesen zwei Teilen beherrschen sie das ganze Sinnenvermögen, die Augen zum richtigen Sehen, die Ohren zum klugen Hören, den Geist für die heilige Weisheit, und das andere jedes nach seinem Teil. In dieser Ordnung und Bestimmung erheben sie alle gleich den sechsfach beflügelten Seraphim, rings bewehrt, ihre Stimme ohne Unterbrechung empor und vollbringen den dreifachen Lobpreis für das Geheimnis der Einheit ihres Schöpfers. Den ganzen Tag weihen sie dem süßen Gesange, gesättigt und begeistert, von himmlischer Stärkung erfüllt, harren sie bis zur Abendzeit. Und da sie einen Leib haben nach unserer sinnlichen Natur, essen sie (nur), um nicht zu verhungern, und trinken sie (nur), um nicht zu verdursten.

Doch wenn du vom Essen hörst, sollst du nicht zu unserem abschweifen. Denn ihre Nahrung ist ohne Wohlgeschmack, das Kraut des Feldes mit Salz gewürzt und reines Wasser, das sie aus der Spende der Wolken in Zisternen sammeln. Doch auch dies nehmen sie nie untertags zu sich zur Stillung ihrer Leibesbedürfnisse, sondern einmütig fasten sie den langen Tag hindurch und gönnen es sich erst beim Untergang der Sonne. Den Abend ziehen sie hinaus, bis die Sterne an ihrem Standorte glänzen. Wie mit einem Munde sprechen sie das Dankgebet und sagen: Zur Zeit der Finsternis laßt uns dem Leib der Finsternis das Brot der Finsternis geben.

Indem sie dies sprechen, preisen sie mit lauter Stimme die heilige Dreifaltigkeit und sammeln sich freudigen [S. 293] Herzens jeder an seinem Ort. Wie wir gesagt haben, essen sie Brot und Hyssop und trinken sie kaltes Wasser. Wenn jedoch unter ihnen schwächliche Greise sind, dann nehmen sie warmes Wasser, was sie Gutmischung nennen. Jedoch Wein und irgend etwas anderes Besseres findet sich nicht bei diesen heiligen Mönchen.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu den Worten der Ermahnung über die Einsiedler

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger