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Armenische Väter - Erklärung des Vaterunsers
Erklärung zum Gebet, welches lautet: Vater unser, der du im Himmel.

8.

Diese Hoffnung unseres Glaubens wollen wir wie einen sicheren Anker (Hebr. 6, 19) bewahren in unserer Seele und in unserem Leibe. Wie die Säule die Stütze des Gebäudes ist, so ist der Glaube des Menschen seine Grundfeste vor Gott. In dieser Zuversicht kann er rufen und sprechen: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“

[S. 284] Das ist ein wahres Gebet, vernünftig und wirksam. Wenn du deine Forderungen nicht von deinem Nächsten für dich verlangst, dann wird Gott auch dir alle Übertretungen erlassen zur Befreiung von Sünden. Höre, was Petrus vom Herrn vernahm: Er wollte die Verfehlungen des Bruders siebenmal verzeihen, unser Herr aber erklärte siebzigmal siebenmal. Petrus stellte als Mensch eine Grenze auf; unser Herr bestimmte für die Wohltätigkeit der Menschenliebe seiner Gottheit keine Grenze. Immerdar sündigen wir in unseren Worten und Werken; Gott sieht es und schaut hinweg, um uns in seiner Langmut zur Buße zu führen (Röm. 3, 4). Nicht zu sündigen ist Sache des Menschen in vollendeter Gerechtigkeit. Wenn man aber wie ein Mensch gesündigt hat, so beeile man sich, in Zerknirschung Buße zu tun. Offen stehen die Pforten seiner Erbarmung. Er verschließt sie nicht vor jenen, die Buße tun. Besonders diejenigen, welche voll Glauben zu beten wissen, die können auch mit Tugendstärke sich üben in den Anstrengungen des Geistes. Diese vergeben nicht nur ihren Nächsten die Schulden, sondern verteilen auch den Bedürftigen, was sie besitzen. Gottes Kraft ist es, die sie zur Tugend leitet, wie es auch die Alten getan haben. „Wer immer“, so sagt (die Schrift) „Felder und Äcker und Güter besaß, verkaufte seine Besitztümer und brachte (den Preis) und legte ihn zu Füßen der Apostel“ (Apg. 4, 34 f.). Unser Herr schickte sie aus als Prediger seines Wortes. Sie waren Prediger des Wortes und Verwalter der Güter. Der Schall des Wortes klang ans Ohr und die Liebe zum Höheren lehrte ohne Worte die Freigebigkeit. Nicht als ob sie die Verarmung hätten herbeiführen wollen, sondern sie begehrten zur himmlischen Größe anderer Art zu gelangen. Auch du sollst, wenn du dem Nächsten seine Schuld erlässest, dies tun, nicht als hassest du dein Eigentum, sondern daß um deiner geringen Barmherzigkeit, die du übtest, Gott dir deine vielfältigen Verschuldungen, die du vor ihm hast, erlasse. Folge diesem Worte! Wenn du deinem Nächsten Nachlaß gewährst, wirst auch du des Nachlasses würdig werden.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung zur Erklärung des Vaterunsers von Elische

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Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger