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Armenische Väter - Erklärung des Vaterunsers
Erklärung zum Gebet, welches lautet: Vater unser, der du im Himmel.

7.

„Gib uns unser immerwährendes Brot.“ Das von der Erde stammende Brot gibt Gott allen zusammen, ohne daß sie beten. „Die Menschen und Tiere rufst du zum Leben, o Herr“ (Ps. 35, 7 [Hebr. Ps. 36, 7]). Und wie konnte es (so) genannt werden? Es ist ja doch nicht immerwährend. Die Kindheit hindert, die Krankheit hält davon ab, Dürftigkeit verwehrt es, und der Tod nimmt es hinweg und schließt es aus. „Euere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen und sind gestorben. Das ist das wahre Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brote ißt, der wird nicht sterben in Ewigkeit.“ Sie hörten sein Wort, konnten es aber nicht alsbald mit dem Geiste erfassen. Da wiederholte er dasselbe Wort zum zweiten und dritten Male, damit sie es leichter hören und im Glauben die Kraft des Wortes erfassen sollten. „Ich bin so“, sagte er, „das lebendige Brot, das vom Himmel herabgestiegen ist; wer von diesem Brote ißt, der wird den Tod nicht kosten.“ Dieses Brot lehrt er im Gebet von Gott als immerwährendes erflehen. Wenn du wohl acht hast, wer dieses Brot mit Reinheit ißt und sich gebührend für dasselbe vorbereitet, der bedarf nicht des Reiches dieser Welt. In sterbliche Hände wird das unsterbliche Brot gelegt und alsbald werden nun auch diese Hände unsterblich. Der ganze Mensch wird, indem er es ißt, mit Geist, Seele und Leib vergeistigt und ein Teilhaber an Christus. Nur muß er den Anfang der Kraft bis zum Ende unbefleckt bewahren. Da gibt es kein irdisches Leiden mehr, das ihn besiegen könnte. Verächtlich wird in [S. 283] seinen Augen das Silber, ein Gegenstand des Hasses ist seinen Blicken das Gold; die Größe dieser Welt wird als Schmerz betrachtet, denn seine Gedanken wurden zu himmlischer Freiheit geheiligt, da er mit unsterblichem Brote gesättigt wurde. Es ist für alle zugerichtet. Das Kind erscheint in der Reife des Alters. Für den durch Krankheit Geschwächten wohnt darin die Kraft Gottes. Wer aus dem Leben dieser Welt schied, nahm mit sich zu Gott unsterbliches Leben. Das lehrte uns unser Herr im Gebet zu ihm erflehen: Gib uns unser Brot von Tag zu Tag, nicht von der Erde, sondern das Brot vom Herrn. Offenbar ist, auch nicht nur (ein Brot) vom Himmel, sondern den Herrn aller; „das ist“, sagt er, „mein Leib; das ist mein Blut.“ Wenngleich er unzerbrechlich ist, aus Liebe zu dir, ward er zerbrochen und dich, der du in deinem Willen zerbrochen wardst, hat er in seiner unzerbrechlichen Gottheit sich verbunden. „Nicht wirst du meine Seele in der Hölle lassen, und deinen Heiligen nicht schauen lassen die Verwesung.“ Am Freitag wurde er gekreuzigt zur Zerbrechung des Todes. Am Sonntag sammelte er die zerbrochenen Gebeine Adams und verknüpfte sie mit Unsterblichkeit und zeigte sich vielen in Wahrheit und nicht (nur) in einer Erscheinung für das Auge. An einem Tage gab er sich als Brot im Obergemach, und immerfort gibt er sich nun als Brot in den Kirchen auf dem heiligen Altar. Zuerst kostete er selbst von sich, nachher machte er uns alle zu Tischgenossen seines Leidens(opfers). Er ist nun nicht mehr im Leiden, sondern in der Glorie seines Vaters wird er verherrlicht von den Engeln und von den Menschen. Und die Leiden von uns allen hat er übernommen auf seine leidlose Gottheit.

 

 

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Einleitung zur Erklärung des Vaterunsers von Elische

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger