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Armenische Väter - Reden des (Katholikos) Johannes Mandakuni
Über die Liebe, den Neid und die Eifersucht.

6.

Auch jetzt gibt es ja noch gar viele, die vor Eifersucht glühen, wenn sie sehen, daß ihr Mitbruder glücklich oder reich ist oder Kunstfertigkeit besitzt, oder wie er von vielen wegen Rednergabe geehrt wird. Wenn sie seiner ansichtig werden, grämen und härmen sie sich ab, sprengen Verleumdungen über ihn aus und verfehlen sich so gegen den Willen Gottes, der ihm ja das Glück zuteil werden ließ. Mag darum der Eifersüchtige noch so viele Mühsale ertragen, mag er zahllose Tugenden üben, mag er auch Reinheit und Keuschheit besitzen, mag er sich beständig verzehren in Fasten und Bußwerken, in Sack und Asche, mögen unversiegbare Tränenquellen seinem Auge entströmen bei Tag und bei Nacht, mag er verarmen durch seine Wohltätigkeit, mag er große Wunder wirken, mag er durch sein beharrliches Gebet oder seine Lobpreisungen den höchsten Engeln gleichkommen, ja mag er den Tod als Märtyrer sterben und im Feuer verbrennen: wenn er im Herzen nicht frei ist von Neid und Bosheit, steht es schlimmer um ihn als um alle Mörder und unreinen Ehebrecher, und er ist ungerechter als alle Gottlosen, die im Schlamm der Sünde stecken. Gibt es denn noch verderblichere (schlimmere) Laster als Eifersucht und Neid? Sie verderben mehr als ein verzehrendes Feuer und ein mordendes Schwert und richten zugrunde, wen sie beherrschen. Wer mag denn bestehen in dieser Flamme oder [S. 150] wodurch werden solch teuflische Seelen noch sich gnädige Verzeihung erwirken? Denn es gibt kein Laster, das sich mit dem Neide und der Scheelsucht vergleichen ließe. Immer muß man dabei in Sünden sein. Nie und nimmer, bei Tag und Nacht, läßt er ab vom Morde; unablässig trägt er ja seine Laster mit sich umher.

 

 

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Einleitung zu den Reden des heiligen Johannes Mandakuni
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger