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Armenische Väter - Reden des (Katholikos) Johannes Mandakuni
Über die Liebe, den Neid und die Eifersucht.

3.

So also soll der Christ und Jünger Christi seine Brüder lieben; denn „daran werden sie erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebet.“ Denn wertvoller ist es, seinen Mitbruder zu lieben als die Prophetengabe zu erhalten, ja diese Liebe steht über der Berufung zum Apostolate, sie überragt noch an Ehre die Märtyrer, ehrenvoller ist sie als jede andere Tugend; aus allen (Tugenden) ragt sie empor wie ein König aus der Mitte des Volkes voll strahlender Schönheit. Mag auch die Zierde der Jungfrauen groß (herrlich) sein, verglichen mit der Schönheit (Glanze) der Liebe muß jeder Tugendglanz erbleichen, wie auch der Glanz der Sterne schwindet vor den Strahlen der Sonne. Wo man Almosen gibt ohne die Liebe, wozu möchten wohl die Almosen gegeben werden. Wollte sie jemand aus Eitelkeit selbst unter Leiden vor den Menschen zur Schau stellen oder unter gleichen Leiden durch Geißel und Kerker sich verzehren und im Feuer verbrennen, nichts würde es ihm helfen. So spricht ja Paulus: „Wenn ich all meine Habe den Armen gäbe, um sie zu speisen und wenn ich meinen Leib zum Brennen hingäbe, hätte aber die Liebe nicht, so nützte es mir nichts1. Denn (Ja) wenn jemand in seinem Herzen keine heilige Liebe hat, und hätte er auch die Prophetengabe und die Gnade des Apostolats, und wenn er eine gar strenge Lebensweise beobachtete und durch sein Predigtwort viele erleuchtete und durch seinen Glauben große Wunder wirkte und Berge zu versetzen vermöchte, alles das würde ihm nichts nützen; die Liebe ist ja das würzige Salz jeder Tugend, und wo die Liebe nicht (ist) [S. 148] Eingang findet, da ist das Verderben und der Ausschluß von dem Reiche (Gottes). Wo im Herzen die Liebe ist, da ist auch Barmherzigkeit und Genügsamkeit. Wer liebt, der muß genügsam werden; denn Liebe und Reichtum können nicht zusammen in einer Person wohnen, denn die Liebe gibt die Reichtümer hin zum Besten der Dürftigen. Die Liebe jagt in die Flucht den Neid und die Scheelsucht, Geiz, Hinterlist und Feindschaft, Eifersucht und Zorn, Gottlosigkeit und Stolz; auch jede Art von bitterer Mißgunst ist dem fremd, der die Liebe bewahrt.

1: 1 Kor. 13, 3.

 

 

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Einleitung zu den Reden des heiligen Johannes Mandakuni
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger