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Armenische Väter - Reden des (Katholikos) Johannes Mandakuni

Über die Darlehen und Zinsen.

1.

Ein sehr schlimmes Laster ist der Geiz; schlimmer als alles ist der Wucherzins für das Darlehen, welcher im Alten und im Neuen Testamente immer verabscheut und getadelt wird; solche, die Zins vom Darlehen fordern, werden schwer bestraft, weil sie entgegen den Geboten Gottes ihr Geld auf Zinsen legen und es mit Wucher wieder zurückfordern, rücksichtslos vom Fleische der Armen zehren und unbarmherzig ihnen das Blut aussaugen. Sie achten nicht auf das Wort Ezechiels, des geisterfüllten Propheten1, der die Zinsen für Darlehen unter die größten Laster zählt und diese Leute mit den Götzendienern vergleicht infolge ihrer [S. 106] Abscheulichkeit, indem er sagt: „Durch die Götzen ward das Haus Israel befleckt, Wucher und Zins hat es gefordert.“ Und Moses spricht2: „Gib deinem Nebenmenschen nicht um Zinsen, denn es ist eine Ungerechtigkeit vor Gott.“ Er schließt auch vom Himmel (den himmlischen Wohnungen) jene aus, die Wucher und Zins fordern. „Wer dagegen sein Geld nicht um Zinsen ausleiht und kein Geschenk annimmt zur Unterdrückung der Gerechten, der wird nicht wanken in Ewigkeit3.“ Und ein anderer Prophet sagt: „Wer auf den Bergen nicht von dem Opfer ißt, wer dem Schuldner das Pfand zurückgibt und keinen Zins und Wucher fordert, der ist gerecht, und es wird ihm Wohlergehen4.“ Wer dagegen Zins und Wucher fordert, der setzt sich den Geboten Gottes entgegen und widerspricht dem Geiste der Gebote, denn er mißbraucht in Ungerechtigkeit das, was durch den Geist der Gebote verboten ist.

1: [Ezech.] 22, 4. 12. 18, 8 ff.
2: Deut. 23, 19. Unter Nebenmensch ist der Volksgenosse (Bruder) zu verstehen. Vom Fremden durfte der Israelit Zins fordern.
3: Ps. 1, 4. 5 [Hebr. Ps. 1, 4. 5.].
4: Ezech. 18, 6-9, vgl. 20, 38.

 

 

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Einleitung zu den Reden des heiligen Johannes Mandakuni
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger