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Armenische Väter - Reden des (Katholikos) Johannes Mandakuni
Ein Brief über die Barmherzigkeit gegen die Armen.

6.

Wenn nun aber Christus das Haupt ist und wir der Leib Christi und Glieder seiner Glieder sind, dann müssen wir als Gemeingut der Glieder alle Gaben [S. 90] Christi betrachten, die er in die Hände der Reichen gelegt, und über die er sie als Vorsteher und Verwalter gesetzt hat, sie weise zu verwalten und darauf zu sehen, wer viel und wer wenig bedürfe. So war auch den Aposteln alle Habe gemeinsam und allen Gläubigen wie dem Glied einer Persönlichkeit, und niemand konnte etwas sein eigen nennen; vielmehr brachten sie (ihre Güter), verteilten sie und gaben dem Bittenden was er notwendig hatte. Das war Barmherzigkeit, die von Herzen kam, das war Gottesdienst und echte Nächstenliebe, wo die Leute mit solchem Mitleid (die Wohltaten) verteilten, daß sie der Dürftigkeit noch nachforschten. So ernstlich war die Sorge der Apostel um die Armen, daß sie nach dem Vorbild der Predigt Christi die Wohltätigkeit lehrten.

Die Leute brachten viele Güter und legten sie zu Füßen der Apostel; diese setzten die Genossen des Stephanus als Verwalter darüber ein1. Diejenigen aber, die ihr Almosen nicht aus Mitleid gegen die Armen gaben, sondern gezwungen, waren des Todes — Ananias und Saphira2. Tabitha dagegen, die aus Mitleid und Besorgnis die Waisen und Witwen speiste, wurde auf das Gebet derselben von den Toten erweckt3. Auch Paulus spricht: „Das befahl man uns, daß wir darin der Armen eingedenk sein sollen, wie auch ich mich bestrebe, es zu tun4.“ Denn dieses Gebot ist die Erfüllung aller Schriften Gottes, wie Christus zu dem Reichen sagte: „Willst du vollkommen sein, so gehe und verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel finden5.“ Zu dem Geizigen aber sprach er6: „Leichter ist es einem Kamel, durch ein Nadelöhr zu gehen, als einem Reichen in das Gottesreich zu kommen.“ Denn die, welche hier Reichtümer [S. 91] ansammeln und keine Wohltaten spenden, gehen auch verdienstlos arm und leer aus dieser Welt und werden ins unbarmherzige und unerbittliche Feuer geworfen.

1: Apg. 6, 5 ff.
2: Apg. 5, 5. 10.
3: Apg. 9, 36 ff.
4: Gal. 2, 10. 1 Kor. 16, 1. 2 Kor. 8, 1.
5: Matth. 19, 21.
6: Matth. 19, 24.

 

 

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Einleitung zu den Reden des heiligen Johannes Mandakuni
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger