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Armenische Väter - Reden des (Katholikos) Johannes Mandakuni
Ein Brief über die Barmherzigkeit gegen die Armen.

2.

Was soll ich sodann von den andern Tugenden sagen? Zwar ist die Sittsamkeit und Jungfräulichkeit im Alten und Neuen Bunde in Ehren; aber ohne die Tugend der Barmherzigkeit gilt sie nichts und bleibt ausgeschlossen vom (himmlischen) Brautgemache. Und das (geschah den törichten Jungfrauen)1 nicht deshalb, weil sie gar keine Barmherzigkeit übten, sondern zu wenig und in ungenügendem Maße; denn mitten in der Nacht ging (ihr Öl) aus und erlosch ihr (Licht). So können auch die Reichen das ewige Heil nicht erreichen, wenn sie nur wenig Barmherzigkeit übten. Denn Mildtätigkeit, welche dem Vermögen entspricht, ist (Gott) gefällig. Wer viel hat, von dem verlangt (Gott) auch reichliche Wohltaten. Wer wenig hat, dessen [S. 88] Wohltaten sind wohlgefällig, wenn sie auch gering sind. So war auch für den Zeltstoff Gold und Ziegenhaare notwendig; solche nun, die Gold hatten und nur Ziegenhaare brachten, (deren Gaben) wurden nicht angenommen und waren unrein. Die Armen dagegen, die nur Ziegenhaare bringen konnten, wurden angenommen, waren Gott wohlgefällig und erhielten seinen Segen. Denn Gott schaut nicht auf das Maß der Gabe, sondern auf die Gesinnung des Gebers. Von dem Reichen nimmt er die reichliche Gabe als reich an, aber auch von dem Armen die geringe Gabe für eine reiche. Denn wer zehn Denare hat und davon einen als Almosen hergibt, und der Arme, der nur zehn Heller hat, und einen davon einem noch Ärmeren gibt, gelten vor Gott gleich viel. Ja bei dem Dürftigen ist es sogar noch bewunderungswürdiger, weil er in seiner Dürftigkeit nach dem Maße der Reichen gegeben hat. Darüber wunderte sich auch Jesus; als (nämlich) eine Witwe2, die nur zwei Heller hatte und diese als Almosen gab, da sprach Jesus: „Die Reichen haben von ihrem Überfluß an Reichtum gegeben, die arme Witwe aber hat all ihr Vermögen unter die Armen verteilt, denn diese zwei Heller allein waren ihr Vermögen.“

1: Matth. 25, 10 ff.
2: Mark. 12, 41.

 

 

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Einleitung zu den Reden des heiligen Johannes Mandakuni
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger