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Armenische Väter - Reden des (Katholikos) Johannes Mandakuni
Brief über die Buße.

5.

Und all diese Mühen läßt man sich kosten nur des verweslichen Leibes wegen, der ja doch sterben muß, mag er (jetzt) auch geheilt werden. Was aber sollen wir anfangen angesichts der ewigen Schmerzen des furchtbaren Höllenfeuers, welches bereit steht für unsere so vielfach verwundete Seele, welche beständig an den Sünden leidet und auf dem Krankenlager für das Vergehen der Sünde hingestreckt liegt ohne Heilung. Dabei verletzen und verwunden die Vergehen und Sünden immer mehr und die schmerzlichen Aufregungen der Leiden peinigen auch schärfer. Und trotzdem seufzen und klagen wir nicht, beten nicht beharrlich zu Gott, wir klagen nicht über unsere Sündenschmerzen [S. 62] und waschen uns nicht frei von den Wunden, die uns unsere Vergehen und Sünden geschlagen; wir unterlassen es, unsere Gottlosigkeiten beharrlich zu beweinen und zu beklagen die ewigen, qualvollen Schrecken. Nein, wir häufen Wunden auf Wunden in einem fort und heilen sie nicht durch das Heilmittel der Buße. Wir suchen keinen Arzt auf und erforschen keine Heilmittel. Wir wenden nichts auf, bieten kein Entgelt für die Heilung unserer Wunden und für die unerträglichen Leiden der Ungerechtigkeit. Und schmerzen uns nicht bloß Eingeweide oder der Unterleib, sondern unser ganzer Körper ist bedeckt mit Sündenwunden. Unsere Augen sind verwundet durch lüsterne Blicke; unsere Ohren sind schmerzerfüllt, weil wir unehrbare Dinge mit Wohlbehagen anhören; unsere Zunge ist krank wegen unserer Schmähreden und unseren Schwüren; unser Herz ist verwundet durch die bösen Begierden und unreinen Gedanken; unsere Hände sind krank von Diebstahl und Räubereien; unsere Füße sind krank, weil wir die Theaterspiele aufsuchen und auf unehrbarem Wege uns begeben; unser ganzer Körper ist aufgetrieben durch Sünden und angeschwollen durch Ungerechtigkeit. So sind also alle unsere Glieder erfüllt mit Wunden und Sündenschmerzen, und doch gehen wir nicht zum Seelenarzt und suchen nicht das Heilkraut der Buße. Die Last der Sünden peinigt uns, und doch heilen wir uns nicht durch Reuetränen. Das häßliche Geschwür der Sünden entfernen wir nicht durch Seufzer und waschen den Eiter der Fäulnis nicht ab durch Tränen. Wenn jemand sich hier nicht heilt durch Gebete, Fasten und Werke der Barmherzigkeit, dem steht für das Jenseits das furchtbare Feuer bevor und der unauslöschliche Brand der Höllenflammen. Bereit stehen schon die Fluten der Feuerströme, der Tartarus, die Finsternis und dunkle Nacht; gerüstet sind schon die grausamen Schergen und erbarmungslosen Quäler. Viele Leiden und Unglück, furchtbare Schrecken der Qualen ohne Erbarmen, welche ihrer warten und für sie bereit stehen auf den großen Tag des furchtbaren Gerichtes.

 

 

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Einleitung zu den Reden des heiligen Johannes Mandakuni
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger