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Armenische Väter - Reden des (Katholikos) Johannes Mandakuni
Brief über die Buße.

3.

Laßt uns also eilends Buße tun, sei es aus Verlangen nach den ersehnten Freuden, sei es aus Furcht vor den angedrohten schrecklichen Qualen; häufen wir nicht Lasten auf Lasten und fügen wir nicht fürder Leid auf Leid! Auch soll uns der Teufel nicht durch Einflüsterungen täuschen, als, wir hätten noch lange zu leben; noch soll er uns durch unsere Jugend verführen, als könnten wir im Alter Buße tun. Warten wir doch nicht bis das unerbittliche Ende kömmt und bis man uns erbarmungslos abruft! Nicht wollen wir müßig und träge sein, verdienstlos ankommen! Nein, sühnen wir unsere Vergehen und büßen wir für unsere Sünden. Laßt uns nacheifern dem Starkmut der Starken und den Tugenden der Tugendhaften! Ihr Herz ist ja gereinigt, ihr Verstand erleuchtet, frei von Sünden sind sie und frei von Ungerechtigkeit. Ihr Sinn ist immer nach oben gerichtet, und um das Höhere sind sie ständig besorgt. In ihrem irdischen Leibe führen sie ein Leben wie Engel. Sie haben nicht (erst) Schriften zur Belehrung oder Darbietung von Vorbildern nötig. Denn besser als ein Buch offenbaren sie, worin die Rechtschaffenheit des Geistes1 und die Tugendhaftigkeit der Sitten besteht.

1: In einer neueren Handschrift findet sich hier der Zusatz ähnlich einer Ausführung in der Erklärung der katholischen Briefe von Sargis: „Und nun vergleichen wir miteinander unsere heutigen Werke und die der seligen Vorfahren, und besehen wir unsere Niedrigkeit und die edle Haltung der Heiligen im Anbeginn. Jene lieferten sich selbst aus in der Liebe zu Christus. Sie verachteten Besitz und Heimat. Sie verließen Eltern, Weib und Kinder wegen des Dienstes Gottes, allein um nicht Gottes beraubt zu werden. Wir aber, die wir uns etwas dünken, wir halten es nicht so. Sondern wir ersinnen alle möglichen Hilfsmittel für die Ruhe unseres Leibes, gehen auf Reichtum aus, wir schätzen, was uns lieb ist, höher als die Gebote Gottes. Und was nennen wir geliebt? wo wir die Reben des Weinberges und die Krautgärten und die Baumpflanzungen, die Weinkrüge und die wichtigen Gefäße für höheren Wert und größere Ehre achten als die Liebe Gottes. Jene ertrugen für Christus Verfolgungen und Raub und Schmach, sie gingen ins Gefängnis und Banden. Wir aber ertragen für Christus weder Schmach, noch dulden wir feindselige Worte und ersticken den Zorn des Bruders nicht durch unsere Sanftmut, sondern wüten noch mehr gegen ihn. Wiederum binden auch wir unsere fleischlichen Begierden in gar nichts in uns durch die Banden der Enthaltsamkeit. Nicht halten wir uns gefangen in unseren Häusern nur einen Tag des Heiles wegen Christus und löschen nicht mit Tränen das Feuer der Sünde aus und entfernen von uns nicht wie mit eisernem Schabmesser durch die Enthaltsamkeit den Makel des Unrechts. Jene liebten die Feinde, wir hassen noch die Freunde, jene segneten ihre Verfolger und wir verleumden noch unsere Wohltäter. Jene streuten die Schätze aus, die sie von ihren Vätern her besaßen, wir aber bemühen uns, in Besitz zu erhalten, was wir gar nicht haben. Jene wanderten von den irdischen Dingen weg in den Himmel nach einem Wandel von engelhafter Eingezogenheit, wir aber sind aus himmlischem Bürgertum auf diese Welt herabgestürzt und wurden höllenwürdig. Jene machten sich zur Wohnung Gottes, indem sie Christi Gebote erfüllten, wir aber übertraten seine Gebote und machen uns zum Schauplatz des Satans, dem wir ganz zügellos geworden im Lande (Felde); das süße Joch haben wir von unserem Nacken geworfen, und die kleinmütige Last schütteln wir ab von unserem Rücken, und wie das Wild irren wir im Lande umher; o großes Unglück und schweres Elend! Daher … (Herausgeber.)

 

 

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Einleitung zu den Reden des heiligen Johannes Mandakuni
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger