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Armenische Väter - Reden des (Katholikos) Johannes Mandakuni
Unterweisungen über das Bekenntnis eines sündhaften Lebens.

3.

Wer aber wird mich beweinen, oder wer wird mich beklagen, mich, der ich den Tod der Sünde gestorben bin und verdorben durch die Lasterhaftigkeit, hinabgestürzt in den Abgrund der Finsternis und in die Tiefen der Gottlosigkeit? Denn meine Missetaten quälen mich, und es tötet mich meine Unreinigkeit. Wie soll ich also weinen oder die Menge meiner zahllosen Sünden beklagen, nachdem ich krank geworden bin in meinen Vergehen und Schmerzen leide infolge meiner [S. 52] Trägheit? Unsterblichkeit wurde mir versprochen, ich aber verbleibe im Tode; hinauf zum Himmel hat man mich eingeladen, ich aber stürze hinab in den Abgrund der Hölle; er hielt für mich bereit das liebreizende Paradies, und ich erwählte die stechenden Dornen, Leben und ewige Herrlichkeit, und er tötete mich durch meine Sünden. Welche Trauer könnte also hinreichen für all dieses, oder welches Wehklagen und welch tränenvolles Klagen oder welche Gebetsseufzer, welche Bußübungen oder welche Tugendwerke vermöchten meine Wunden zu heilen, denn sie sind zahllos und unberechenbar. Meine Seele erlahmt in Schlaffheit, sie ist niedergeschlagen ob der Menge der furchtbaren Sünden und ohne Tatkraft; sie ist erschüttert und erbebt vor dem unauslöschlichen Feuer der Hölle. Denn wenn ich mich erinnere an den großen Tag des furchtbaren Gerichtes und an die Schrecken des furchtbaren Richterstuhles, dann zittert meine Seele vor Furcht, und mein Geist erstarrt vor Entsetzen. Mein Herz ringt nach Seufzern, und meine Augen verlangen nach Tränen. Die Furcht vor dem schrecklichen Gerichte eifert mich an zur Buße, und die Gaukeleien des Bösen machen mich immer wieder träge. Siehe, von beiden Seiten bin ich bedrängt und verfolgt in allen (Richtungen) Dingen, denn in Sünden verbrachte ich meine Tage, und in Ungerechtigkeit verzehrte sich mein Leben; niemanden habe ich Gutes erwiesen, nie mir Tugend erworben, sondern alle meine Glieder durch meine vielen Vergehen verdorben und zugrunde gerichtet. Meinen Mund habe ich verunreinigt durch Lästerungen und meine Zunge durch nutzlose Worte befleckt; meine Ohren durch Anhörung der Bosheit und meine Augen durch unreine Blicke, mein Herz durch unreine Gedanken, und meine Seele ließ ich immerdar verweilen in unlauteren Gewohnheiten. In keiner Hinsicht bewahrte ich unversehrt meinen Leib und wahrhaft mein Herz; infolge meiner Sünden bin ich in Schmerzen, und infolge meiner Vergehen bin ich in Krankheiten verfallen.

 

 

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Einleitung zu den Reden des heiligen Johannes Mandakuni
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger