Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Armenische Väter - Homilie über die Auferweckung des Lazarus

4.

Die Boten der Maria gingen weg, und sie konnten nichts mitteilen als Aufschluß der Worte des Herrn. Der Tod raubte und rühmte sich und vollführte seinen bösen Willen.

Zu seinen Jüngern spricht unser Herr: „Kommet, wir wollen nach Judäa gehen.“ Er ging und dort drückte die Todesfurcht sie noch schwerer als die Schwestern des Lazarus. „Herr,“ sagen sie, „jetzt wollen die Juden dich töten und du gehst wiederum dahin?“ Da legte er ihnen das Wort vom Lichte vor: „Wer am Tage geht, der stößt nicht an.“ Damit zeigte er ihnen, daß, wer vor dem Tode sich fürchtet, nicht sieht. Nicht vom Sehen der leiblichen Augen hier ließ er sich vernehmen, sondern vom Sehen wegen der Menschenfurcht. Die Augen aller Lebenden [S. 12] nehmen sich in acht vor den Hinterlistigen, immer sich deckend und verbergend; denn das bittere Leben der Welt vollendend, nenne ich das Licht des Glaubens; darauf das Auge richtend, weist er auf die Andeutung und schaut auf die nachherige Zeit, und wenn jemand diese Offenbarung nicht im Geiste besitzt, so stößt er an, auch wenn er zur Mittagszeit wandelt, und ewige Finsternis ist mit ihm. Wie er die Boten der Maria, obgleich voll Trauer, leer im Geiste von dort entließ, so ließ er auch die Jünger hin und herwanken und wollte ihnen die Offenbarung des Geheimnisses (noch) nicht erschließen. Weshalb? Schon einmal und ein zweites Mal hatten sie das Wunder der Totenerweckung gesehen und waren nicht zur Festigkeit gelangt; deshalb, weil sie sich selbst nicht kraftvoll von Furcht befreit hatten, belehrten sie ihn auch, als wäre er furchtsam.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu Mambre Verzanogh, Homilie über die Auferweckung des Lazarus

Navigation
. . 1.
. . 2.
. . 3.
. . 4.
. . 5.
. . 6.
. . 7.
. . 8.
. . 9.
. . 10.
. . 11.
. . 12.
. . 13.
. . 14.
. . 15.
. . 16.
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger