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Armenische Väter - Homilie über die Auferweckung des Lazarus

3.

Damals war, so lesen wir, krank ein Mann mit Namen Lazarus aus Bethanien, dem Orte der Maria und Martha. Jesus hielt sich an den Orten jenseits des Jordanflusses auf, wo Johannes getauft hatte, und rief die ganze Wüste zum Leben. Da schickten dessen Schwestern zu ihm und sagten: Herr, siehe, den du liebtest, ist krank und liegt darnieder. Er hörte die Klage des Kranken und bestimmte die Herrschaft des Todes; er predigte von der Herrlichkeit Gottes, daß der Sohn Gottes in ihm verherrlicht würde. Zwei Tage blieb er an dem Orte. Er gab dem Räuber die Erlaubnis, in das Haus des Freundes einzudringen. Der Zerstörer trat ein und richtete Verwirrung an nach Wohlgefallen. Dem Boten der Maria gab er keinerlei offene Antwort, weder daß er komme und heile, noch daß er nicht komme und sich nichts darum kümmere. Den Namen des Kranken haben sie genannt, den Namen der Ehre haben sie gehört und sind gekommen, Trauer im Antlitz und mit Freude, die sich nicht offen zeigte. Mit vielen Tränen haben sie zu ihm gesandt und mit vielem Flehen ihn gebeten und Tag für Tag an die Aufnahme gedacht; nicht Furcht um Furcht haben sie geweckt, und ohne Zweifel haben sie geglaubt an den Erwecker aller, aber in menschlicher Weise eilten sie, solange der Kranke noch am Leben war. Denn solange die Seele im Leib der [S. 11] Schmerzen wohnt, gleitet sie häufiger aus, als wenn er gesund ist, wie auch der Heilige Geist durch den Mund Davids spricht: Gedenke, daß sie Leiber sind, ein Hauch, der geht, aber nicht zurückkehrt. Nicht vergißt Gott und erinnert sich nachher wieder des Vergessenen, er nimmt die Art ihrer Sitte auf, wie auch Paulus die Kleingläubigkeit anderer durch seine Sprache wiederholt. „Wie“, sagt er, „stehen die Toten auf, oder mit welchem Leibe werden sie kommen?“ Der bewegende Geist ist hinweggegangen, und alle Leiber sind der Verwesung verfallen. Nicht allein der Zerfall der Glieder (geht vor sich), sondern auch die Substanz des Leibes kehrt in die Natur des Staubes zurück. Deshalb wurde, um sie zum Verständnis der Auferstehung zu führen, das Bild vom Samenkorn gebraucht, welches stirbt und auflebt. Nach dieser Art klagten die Schwestern des Lazarus ungestüm in ihrem Innern. Weil sie an Gott glaubten, so riefen sie ihn als klugen Arzt zum Kranken. Er sandte ihnen ein unbestimmtes Wort, nach beiden Seiten die Anpassung zu zeigen. Aus der Ferne vernahm er die Handlungen des Kranken, ein wenig forschte er und sprach in Wahrheit die Botschaft aus: „Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zum Schlaf und zum Erwachen und zur Verherrlichung Gottes.“ Durch die Erweckung wird Gott verherrlicht, und in derselben Verherrlichung freut sich auch jubelnd der Sohn.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu Mambre Verzanogh, Homilie über die Auferweckung des Lazarus

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger