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Armenische Väter - Homilie über die Auferweckung des Lazarus

19.

„Als sie den Felsblock von der Öffnung des Grabes weggehoben hatten, erhob Jesus seine Augen gen Himmel und sprach: „Vater, ich preise dich, daß du mich gehört hast. Ich wußte, daß du mich allezeit erhörst; allein wegen des Volkes, das mich umsteht, tue ich (dies), daß sie glauben, daß du mich gesandt hast.“ Während sie den Felsblock hinweghoben, hatte unser Herr den Lazarus auferweckt; während Jesus die Augen emporhob und den Vater sah, und während er mit lauter Stimme rief, hörte ihn der Vater. Nicht allein zu dieser Zeit, sondern zu jeder Zeit; jedoch für die Zuschauer und Zuhörer allein zu dieser Zeit. Wessen Geist ist je getrennt vom Leibe? Keines von den Menschen. Und (inniger) als diese Einheit ist die Wesenseinheit der heiligen Dreifaltigkeit. Schäme dich, Theodoret, schau nicht mehr zum Himmel auf, Nestorius, denn deine Augen sind verblendet von der wesenseinheitlichen Dreifaltigkeit. [S. 24] Zu euerem Verderben stimmt ihr überein im Vortrag einer schändlichen Lehre. Der eine ruft, sagen sie, der andere hört, der eine betet, der andere läßt sich bitten, der eine fleht, der andere neigt sich zum Flehen; da er die Kraft der Erweckung nicht hat, ruft er den Vater wegen des Toten zu Hilfe. O wie tadelnswert sind die Worte solcher Männer, nicht allein in den Augen der Gelehrten, sondern auch in den Augen derer in der Kirche, welche ganz ungelehrt sind. Als er im Hause des Priesters dessen Tochter von den Toten erweckte, da beschwor er nicht, flehte nicht und betete nicht und hob er die Augen nicht zum Himmel und rief den Vater nicht an. Er blickte auf die Verstorbene und sprach: „Talitha kumi, du Mädchen, ich sage dir, erhebe dich und stehe auf!“ Er erweckte es, wie vom Schlafe, und es erhob sich sofort wie gesund zur selben Stunde, und war fähig, am Mahle teilzunehmen. Ähnlich (war es) im Städtchen Naim. Viel Volk folgte der Bahre. Kein Mensch hat eine Bitte an ihn gerichtet, noch hat er selbst Gebete an den Vater gesandt. Er streckte nur seine Hand aus nach der Bahre und sofort stand der Tote auf. Und ebenso war es bei allen Wundern, wo er von selbst wirkte und die Kraft der Gottheit bewies. Wo er Gebete zum Vater sandte, da zeigte er seine vollkommene Liebe (die Auferstehung doppelt größer als die großen Wunder. Während in der Hand des Sohnes der Vater ruht und mit der Kraft des Vaters der Sohn verstanden wird, so ist dieser in Wahrheit unsterbliche Auferstehung.) „Wegen des Volkes tue ich es“, sagt er. Die Erklärung erläutert er selbst: „auf daß sie glauben, daß du mich in die Welt gesandt hast“. In Wahrheit ein Lobpreis Gottes wegen der Menschen. „Ich preise dich, Vater,“ sagt er, „daß du dies verborgen hast vor den Weisen und Gelehrten und es den Kindern und Unschuldigen geoffenbart hast.“ Wir alle sind in große Sünden gefallen. In unsühnbare Sünden jedoch sind diejenigen gestürzt, welche die unlösbare Natur (im Gottessohn) trennen. Da sie dort nicht Verwirrung anrichten können, so bemühen sie sich an sich selbst. Von den Menschen gelästert und von Gott verworfen, sind sie in die Fremde vertrieben und vom Buch des Lebens ausgetilgt.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu Mambre Verzanogh, Homilie über die Auferweckung des Lazarus

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger