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Armenische Väter - Homilie über die Auferweckung des Lazarus

16.

„Sehet,“ sagen sie, „wie er ihn liebte“; mit welcher Liebe erbarmt er sich seiner, daß er selbst in Tränen ausbricht. Nicht des Leibes Augen allein flossen in Tränen, sondern auch alle Glieder des Leibes empfanden den Schmerz; indem der Herr vielmal dadurch in der [S. 21] Welt geleitet wurde, lehrte er so eindringlich die Natur seines Leibes, bis daß er sogar noch niedrigere Anläße gab wegen der Gotteslästerung. „Das ist jener,“ so sagen sie, „der die Augen des Blinden öffnete; konnte nun ein solcher nicht auch ein Wunder wirken, daß Lazarus nicht sterben mußte.“ Ihr seid gewöhnt, zu lästern. Denn jenen, der das Rote Meer teilte und große Wunder wirkte, habt ihr auch gelästert, aber nicht Gott gepriesen und ihn mit dem Unvernünftigen vertauscht, und den Moses habt ihr mit einem Eide verleugnet. Wenn ihnen Moses nicht den Weg durch das Meer gebahnt hätte, dann würde Pharao das ganze Volk mit der Schärfe seines Schwertes niedergemetzelt haben. Der eine solche Menge vom Tode rettete, den habt ihr nicht in Gnaden aufgenommen, wie könntet ihr nun wegen der Heilung dieses einen dankbar sein. Die Seele des Blinden lebte und bewegte den Körper, seine Augen waren erstorben. Eine Seele wohnt nicht im toten Leib, noch dringt das Licht der Sonne in die abgestorbenen Augen. Wenn er die erstorbenen Augen belebte und das entwichene Licht ihnen wieder gab, wird er hernach einen am ganzen Leib Erstorbenen wieder beleben können? Häufet, wie ihr wollt, die Lästerungen, vielleicht werdet ihr an diesem Orte beschämt, über euere erste wie über euere letzte Lästerung, besonders wenn viele aus euch Gott preisen werden für das unbeschreibliche Wunder, das ihr sehet.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu Mambre Verzanogh, Homilie über die Auferweckung des Lazarus

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger