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Armenische Väter - Homilie über die Auferweckung des Lazarus

13.

„Ich bin ja die Auferstehung und das Leben.“ Elias erweckte den Toten und starb nachher, ähnlich Elisäus einen und zwei. Ich bin nicht allein der Erwecker, [S. 18] sondern auch die Auferstehung. Ich erwecke und belebe zur Unsterblichkeit. „Wer an mich glaubt, wird den Tod nicht sehen und auch nicht kosten in Ewigkeit. Das sagte unser Herr zu Martha, und dann verlangte er alsogleich den Lohn seiner Lehre von ihr: „Glaubst du“, sagte er, „alles, was du gehört hast?“ „Ja Herr, ich habe geglaubt, daß du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen sollte.“ Wie wir oben gesagt haben, die vier Namen der Prophetie, welche die Frau an diesem Orte empfing und trug. „Du bist“, sagte sie, „der, welcher in die Welt kommen soll.“ Er war in der Welt und du sprichst von dem Kommenden? Sie wiederholte das Wort der Propheten, welches auch das samaritanische Weib anwandte, indem sie sagte: „Wenn der Messias kommt, lehrt er uns alles.“ Sie sagte es zum Sproß der Jungfrau und deutete die zweite Ankunft an. Denn wer den Anfang sieht, blickt auch auf das Ende. Da sie ins Innere des Königsschlosses hineingelangt war, verstand sie alles besser und hörte die Großtaten Gottes. Sie kam wie ein trauernder Mensch, und ging freudig wie ein Engel Gottes hinweg. Sie eilte, ihrer Schwester zu sagen: „Der Meister ist da und ruft dich.“ Allerdings der wahre Meister. Ohne Buchstaben lehrt er, und ohne Silben buchstabiert er, und alles, was zum Wort gehört, besitzt er und vollendet er. Sie sagte Meister und trat damit in die Reihe der Jünger. Sie sprach mit Maria heimlich und sie wurde zur Jüngerin für dieselbe Lehre mit bereitem Willen und Glaubensbereitschaft. Und eilends ging sie zu Jesus an denselben Ort und zu derselben Freude und zu demselben Lehrer. Beide, die eine verborgen, die andere offenerweise, führte er aus der Welt der Trauer zur untrübbaren Freude. Die Juden, welche zu Maria gekommen waren, um sie wegen ihres Bruders zu trösten, waren des himmlischen Trostes leer und bar. Traurig und niedergeschlagen saßen sie dort im Hause, von Tränen entstellt; und in dieser Betrübnis sagten sie zueinander: „Sie geht nun zum Grabe, dort zu weinen.“ Da standen auch sie auf und gingen mit ihr, nicht zur Auferstehung dort, sondern zum Grabe des Verstorbenen allda. „Denn, wem gegeben ist, heißt es, will ich noch mehr hinzugeben, und wem es nicht [S. 19] gegeben ist, dem wird auch das, was er hat, genommen werden;“ nicht wegen der Härte des Gebers, sondern wegen der Bosheit des Empfängers. Es gab immer Gräberfreunde. Aber man ließ dort den Menschen im Tod. Man rief aber auch einen falschen Gott an und nannte demselben Tote. „Es saßen“, sagt der Prophet, „ihre Frauen und beweinten den Thammuz.“ Von diesen trennte sich, heißt es, Maria, indem sie aufstand und ging dem entgegen, von dem sie schon zuvor wußte, daß er, der meine vielen Sünden mir aus Gnade verzeihen konnte, auch imstande ist, auch meine schwere Trauer zu zerstreuen. Sie fiel vor ihm nieder und wiederholte das Wort, das ihre Schwester schon gesagt hatte: „Herr wenn du daher gekommen wärest, wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Die Kinder einer Schule haben dasselbe Wort zu sagen. Freundlich und einig und übereinstimmend pflegen sie sich anzuregen nach dem Willen des Lehrers für dieselbe Lehre. So haben auch die beiden Schwestern des Lazarus mit einer ununterbrochenen Liebe zu einer Jagd des Himmlischen sich erfassen lassen. In einer Liebe liebten sie beide den Herrn; ein Wissen sogen sie gleicherweise in sich ein, sie sahen den Menschen und glaubten an Gott. Aus der Fülle ihrer Herzen sprachen auch die Worte ihres Mundes dieselbe Übereinstimmung.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung zu Mambre Verzanogh, Homilie über die Auferweckung des Lazarus

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger