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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo LXXV-LXXVII: Drei Predigten über das Pfingstfest.
Sermo LXXVII. 3. Predigt über das Pfingstfest.

6.

Verachten wir also, Geliebteste, die trügerischen, haltlosen und verblendeten Spitzfindigkeiten gottloser Ketzer, die jene oben angeführten Worte durch verkehrte Erklärungen zu ihren Gunsten deuten und nicht einsehen wollen, daß sie dem Vater nehmen, was sie dem Sohne abzusprechen wagen, obwohl der Herr sagt: "Alles, was der Vater hat, ist mein"!1 . Ihre Anschauungen über die menschliche Natur Christi sind so widersinnig, daß sie glauben, das Wesen des Vaters habe dem eingeborenen Sohne gerade deshalb gefehlt, weil er das unsrige annahm. Und doch ist dadurch, daß sich Gott erbarmte, seine Macht nicht geringer geworden, wie auch die Aussöhnung mit seinen geliebten Geschöpfen keine Verminderung seiner ewigen Herrlichkeit bedeutete. Was der Vater besitzt, das besitzt auch der Sohn. Und was Vater und Sohn gemeinsam haben, das gehört auch dem Heiligen Geiste, weil die ganze Dreieinigkeit in ihrer Gesamtheit nur "ein" Gott ist. Dieser Glaube ist kein Ausfluß irdischer Weisheit und keine Überzeugung menschlichen Denkens. Er wird gelehrt vom eingeborenen Sohn Gottes selbst und verkündet vom Heiligen Geiste, über den man nicht anders denken darf, als über den Vater und den Sohn. Wenn dieser Geist auch nicht der Vater oder der Sohn ist, so ist er doch von beiden ungetrennt. Wie er in der Dreieinigkeit eine besondere Person darstellt, so teilt er die Gottheit des Vaters und des Sohnes hinsichtlich seiner Wesenheit, die alles erfüllt, alles in sich schließt und alles regiert zusammen mit dem Vater und dem Sohne, dem Ehre und Herrlichkeit eigen ist, in Ewigkeit. Amen.

1: Joh 16,15

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger