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Dionysius Areopagita, ps. (geschrieben vor 476) - Kirchliche Hierarchie (De ecclesiastica hierarchia)
2. Kapitel: Über den Taufritus
III. Betrachtung

§ 7.

1) Das Untertauchen des Täuflings im Taufbecken versinnbildet treffend unsern Tod, sofern er nicht eine vollständige Vernichtung unseres Wesens sondern nur eine zeitweilige Trennung von Leib und Seele ist und uns aus der Sichtbarkeit verschwinden läßt.
2) Das dreimal wiederholte Untertauchen erinnert an die dreitägige Grabesruhe Christi.

Einsichtsvoll erwägen wir nun, wie angemessen die sinnbildlichen Zeichen der heiligen Geheimnisse sind. Unser Tod ist nicht, wie andere meinen, die Vernichtung unseres Wesens, sondern nur die Trennung der vereinigten Teile, welche unsere Seele ins Reich des Unsichtbaren entführt, weil sie, des Leibes beraubt, nicht mehr wahrgenommen wird, unserm Leib aber, der in der Erde verborgen wird, die menschliche Gestalt verschwinden läßt, weil er in irgend eine anders beschaffene Form der körperlichen Stoffe eintritt. Zutreffend ist das vollständige Verbergen im Wasser zu einem Bilde des Todes und des der Sichtbarkeit entrückten Begrabenseins verwendet. Die Belehrung über die Symbole erschließt ferner den geheimnisvollen Sinn, daß der auf heilige Weise Getaufte durch das dreimalige Untertauchen im Wasser den urgöttlichen Tod des Leben spendenden Jesus während der drei Tage und drei Nächte dauernden Grabesruhe nachahmt1, soweit Menschen die Nachahmung des Göttlichen möglich ist. Denn an Jesus hat nach dem [S. 116] geheimnisvollen und verborgenen Schriftwort der Fürst der Welt nichts gefunden2.

1: Schon Cyrillus von Jerusalem deutet das dreimalige Untertauchen auf die dreitägige Grabesruhe des Herrn cat. 20 (M. 33, 1080 C). Nach ihm hat sich Gregor v. Naz. dieselbe Erklärung angeeignet und auch über das Wesen des Todes die Gedanken ausgesprochen, die bei D. wiederkehren.
2: Joh. 14, 30.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger