Apostolische Väter - Der Hirte des Hermas III. Gleichnisse Siebtes Gleichnis.
1. Kap. Hermas wird wegen der Sünden seiner Angehörigen dem Engel der Strafe übergeben. 1. Einige Tage später sah ich ihn in derselben Ebene, wo ich auch die Hirten gesehen hatte, und er fragte mich: „Was suchst du?“ „Ich bin hier, o Herr, damit du dem Hirten der Strafe befehlest, mein Haus zu verlassen, weil er mich gar sehr plagt,“ „Es ist nötig, daß du geplagt werdest; denn der herrliche Engel hat es so angeordnet für dich; er wünscht nämlich, daß du geprüft werdest.“ „Was habe ich denn so Schlimmes getan, o Herr, daß ich diesem Engel übergeben wurde?“ 2. „Höre! Du hast zwar viele Sünden, aber nicht so viel, daß du hättest diesem Engel übergeben werden müssen; aber dein Haus hatte große Fehler und Sünden begangen, und der herrliche Engel wurde erbittert über ihr Tun; deshalb befahl er, daß du eine Zeitlang bedrängt werdest, damit auch jene Buße tun und sich reinigen von jeder Begierde dieser Welt. Wenn sie Buße getan und sich gereinigt haben, dann wird der Engel der Strafe von dir weichen.“ 3. Da entgegnete ich: „Herr, wenn doch jene solche Dinge verübt haben, daß der herrliche Engel erbittert wurde, was habe dann [S. 246] ich getan?“ „Jene können nur dadurch gestraft werden, daß auch du, das Haupt des Hauses, in Bedrängnis kommst. Wenn sie nämlich an dich kommt, dann trifft sie notwendig auch jene, wenn es aber dir gut geht, können jene keine Bedrängnis erleiden.“ 4. „Aber sieh doch, o Herr, daß sie von ganzem Herzen Buße getan haben.“ „Auch ich weiß, daß sie aus ganzem Herzen Buße getan haben; aber glaubst du, daß den Büßern [sogleich] die Sünden nachgelassen werden? Keineswegs; vielmehr muß der Büßer seine Seele züchtigen, er muß sich bei jedem Werke kräftig demütigen und in allen möglichen Drangsalen sich quälen; und wenn er die Drangsale, die über ihn kommen, aushält, dann wird der Schöpfer und Bekräftiger aller Dinge 1 volles Erbarmen üben und ihm irgendeine Heilung gewähren. 5. Und dies auf alle Fälle, [wenn er das Herz] des Büßers frei von jeglichem Fehltritt sieht. Dir und deinem Hause aber ist die jetzige Drangsal von Nutzen. Doch wozu soll ich dir viele Worte machen? Du mußt die Bedrängnis erleiden, so wie es jener Engel des Herrn, der dich mir übergab, angeordnet hat; und dafür sollst du dem Herrn Dank sagen, daß er dich gewürdigt hat, dir die Drangsal vorher zu offenbaren, damit du sie starkmütig auf dich nimmst, weil du es vorher schon weißt.“ 6. Ich sagte: „Herr, bleibe du bei mir, dann werde ich die Kraft haben, jede Drangsal zu bestehen.“ „Ich werde mit dir sein; und ich will den Engel der Strafe bitten, daß er etwas milder mit dir verfahre; aber auf kurze Zeit wirst du bedrängt und dann wieder deinem Hause zurückgestellt werden; nur sei ausdauernd in der Demut und ganz reinen Herzens im Dienste des Herrn, ebenso soll es sein bei deinen Kindern und bei deinem Hause; wandle in den Geboten, die ich dir gebe, und deine Buße wird wirkungsvoll und reinigend sein können. 7. Und wenn du mit deinem Hause dieses befolgst, wird jegliche Drangsal von dir weichen; auch wird sie von allen denen sich entfernen, die in diesen meinen Geboten wandeln.“ 1: Ephes. 3,9.
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