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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)

Sermo LXXI-LXXII: Zwei Predigten über die Auferstehung des Herrn.

Sermo LXXI. 1. Predigt über die Auferstehung des Herrn.

1.

Geliebteste! In unserer letzten Predigt haben wir euch, wie wir glauben, in wohlberechtigter Weise die Teilnahme am Kreuzestode Christi empfohlen; soll doch das Ostergeheimnis im Leben der Gläubigen ein Echo finden und auch in unserem Wandel zum Ausdruck kommen, was wir an diesem Festtag feiern! Welchen Nutzen eine solche Teilnahme bringt, das habt ihr an euch selbst erfahren: Aus eueren frommen Übungen habt ihr gelernt, wie sehr es für Leib und Seele von Vorteil ist, längere Zeit hindurch zu fasten, öfters zu beten und reichlicheres Almosen zu spenden; denn es gibt wohl keinen unter euch, der nicht durch diese Selbstverleugnung gefördert worden wäre und nicht in der Tiefe seines Herzens etwas geborgen hätte, worüber er sich mit Recht freuen könnte. Allein dieser Gewinn muß dauernd gehütet werden, damit sich unser frommer Eifer nicht in Lauigkeit verwandle und uns der neidische Satan nicht rauben kann, was wir durch Gottes Gnade erreicht haben. Da wir also deshalb das vierzigtätige Fasten beobachteten, um während der Leidenszeit des Herrn an uns selbst einigermaßen sein Kreuz zu verspüren, müssen wir auch darnach streben, als Teilnehmer an seiner Auferstehung zu erscheinen. Schon während unserer irdischen Wanderschaft müssen wir vom Tode zum Leben übergehen. Jeder Mensch, der irgendeine Umwandlung durchmacht, hört auf zu sein, was er war, und beginnt zu sein, was er nicht war. Doch ist es nicht gleichgültig, wofür man lebt oder stirbt; denn es gibt einen Tod, der zum Leben, und ein Leben, das zum Tode führt. Nur solange wir dieser vergänglichen Zeitlichkeit angehören, können wir uns das eine oder das andere zu eigen machen, und nach unseren Handlungen auf Erden richtet sich unser Lohn in der Ewigkeit. Darum müssen wir dem Satan entsagen und Gott unser Dasein weihen. Ablegen müssen wir jede Ungerechtigkeit, um zu einem gerechten Leben zu erstehen. Das Alte in uns muß sterben, damit sich das Neue entwickeln kann. Und da nach dem Ausspruch der Ewigen Wahrheit "niemand zwei Herren zu dienen vermag"1 , soll der nicht unser Gebieter sein, der die Stehenden zu Fall brachte, sondern jener, der die Gefallenen zur Herrlichkeit erhob!

1: Mt 6,24 u.a

 

 

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