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Hilarius von Poitiers († 367) - Abhandlungen über die Psalmen.

Ps. 138

Der CXXXVIII. Psalm.

Der CXXXVIII. Psalm.

„Herr, du hast mich bewährt, und hast mich erkannt; du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen. Du hast verstanden meine Gedanken von Ferne, hast meinen Pfad und meine Richtung erforscht. Und du hast alle meine Wege vorher gesehen, daß kein Trug auf meiner Zunge ist. Siehe! du, o Herr, weißt alles, das Neueste und das Alte; du hast mich gestaltet, und auf mich deine Hand gelegt. Wunderbar geworden ist deine Kenntniß durch mich; sie ist stark geworden, ich werde nicht können zu ihr. Wo soll ich hingehen vor deinem Geiste, und wohin fliehen vor deinem [S. 44] Angesichte? Steige ich in den Himmel hinauf, so bist du da; steige ich in die Hölle hinab, so bist du da. Nehme ich meine Flügel vor der Morgenröthe, und wohne ich am äußersten Ende des Meeres; so wird auch dorthin deine Hand mich leiten, und deine Rechte mich halten, o Herr! Und sage ich: Vielleicht werden Finsternisse mich zertreten; so ist die Nacht mein Licht in meinen Vergnügen; weil durch dich die Finsterniß nicht wird verdunkelt werden, die Nacht wie der Tag wird erhellt werden, seine Finsterniß wie sein Licht ist. Denn du hast meine Nieren in deiner Gewalt, hast mich aufgenommen von dem Leibe meiner Mutter her. Ich werde dich preisen, weil ich so erschrecklich wunderbar gemacht ward; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele kennet sie gar wohl. Nicht verborgen ist mein Gebein vor dir; du hast es im Verborgenen gemacht; und mein Wesen ist in dem Innern der Erde. Dein Unvollendetes haben gesehen meine Augen, und in deinem Buche werden alle geschrieben werden; von dem Tage werden sie erfüllt werden, und Niemand wird in ihnen seyn. Wir aber sind sehr geehrt deine Freunde, o Gott; überaus mächtig geworden ist ihre Herrschaft. Ich werde sie zählen, und sie werden über den Sand vermehrt werden; ich bin aufgestanden, und bin noch bei dir. Möchtest du tödten, o Gott, die Sünder; weichet ihr Männer des Blutes von mir ! Denn Streitigkeiten sind in ihren Gedanken, sie werden vergebens deine Städte erhalten. Habe ich nicht diejenigen, welche dich haßten, o Gott, gehasset, und grämte ich mich nicht über deine Feinde? Mit vollkommenem Hasse haßte ich sie; Feinde sind sie mir geworden. Prüfe mich, o Gott, und erkenne mein Herz; erforsche mich, und erkenne meine Pfade. Und siehe, ob ein Weg der Ungerechtigkeit in mir ist; und leite mich auf den ewigen Weg.“
[S. 45]

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger