Hilarius von Poitiers († 367) - Abhandlungen über die Psalmen. Ps. 120 Abhandlung über den Psalm.
6. Weil aber alle Weissagung im Geiste geschieht, so ist sogleich auf dieses sein seliges Bekenntniß durch die Person des Propheten der Segen des heiligen Geistes gefolgt: ,,Er lasse nicht wanken deinen Fuß, und schlummere nicht, der dich behütet.“ Der Inhalt selbst gibt zu verstehen, daß eine Veränderung der Person eingetreten sey. Denn an den, welcher vorher gesprochen hat, sind die Worte gerichtet: „Er lasse nicht wanken.“ Wer? Nämlich der, welcher Himmel und Erde gemacht hat. „Deinen Fuß.“ Wessen? fragen wir. Nämlich dessen, der die Augen zu den Bergen erhoben, und bekannt hat, daß seine Hülfe von dem Herrn komme. Aber auch jenes : „Er lasse nicht,“ drückt das Gefühl eines Wünschenden und Segnenden aus. Und wer wünscht? Nämlich der, welcher, nebst dem Herrn, unser anderer Fürsprecher ist, von welchem er sagt: „Und einen andern Fürsprecher wird er euch senden, welcher auch in den Propheten redet.“ Was redet nun dieser Fürsprecher? Den Bekenner dieses Glaubens und dieser Hoffnung segnet er mit den Worten: „Er lasse nicht wanken deinen Fuß, und schlummere nicht, der dich behütet.“ Allein diese beiden Dinge sind Gottes unwürdig, nämlich daß er wanken lasse, und daß er schlummere, so wie daß er nach der wachsamen Behütung wie von einer fortgesetzten Arbeit ausruhe. Ehe wir jedoch diesen Punkt berühren, müssen wir davon sprechen, was unter dem Fusse verstanden werde.
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