Hilarius von Poitiers († 367) - Abhandlungen über die Psalmen. Ps. 120 Abhandlung über den Psalm.
5. Indem nun der Prophet zu diesen Bergen die Augen des Geistes erhob, und die Ermahnungen, Verrichtungen, Geschäfte und Geschenke aller dieser bei sich betrachtete, und auf diese das Auge seines Geistes richtete, prägte er seinem innern Sinne das ganze und vollkommene Wesen der betrachteten Gestalt ein, und behielt das, was er im Gedanken gesehen hatte, ganz in seinem Geiste, weil er wußte, woher für ihn Hülfe kommen werde, indem er sprach: „Von woher mir Hülfe kommen wird.“ Und er antwortete sich sogleich mit seligem Bekenntnisse: „Meine Hülfe ist von dem Herrn, welcher Himmel und Erde gemacht hat.“ Zu den Bergen werden zwar die Augen erhoben, weil durch sie der Dienst der Lehre, das Fortschreiten und Emporsteigen gewährt wird. Da aber angegeben werden soll, woher die Hülfe komme: sagt er: „Meine Hülfe ist von dem Herrn, welcher Himmel und Erde gemacht hat.“ Dieses ist der glückliche Glaube, dieses das wahre Bekenntniß, dieses die ewige Hoffnung, würdig der Geschenke des himmlischen Segens. [S. 209]
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