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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo LII-LXX: Neunzehn Passionspredigten.

Sermo LXV. 14. Predigt über das Leiden des Herrn.

1.

Geliebteste! Der Erwartung, die ihr von der euch versprochenen Predigt über das ruhmreiche Leiden unseres Herrn Jesus Christus hegt, glauben wir auf die Art gerecht werden zu müssen, daß wir mit unseren Ausführungen gleichzeitig dem nahenden Osterfeste dienen und den Anmaßungen gottloser Irrlehren entgegentreten. Sind doch das Feinde des christlichen Glaubens, die es in Abrede stellen, daß der Sohn Gottes die wahre Natur unseres Fleisches angenommen hat. In ganz schamloser Weise bekämpfen diese Irrlehrer die Überlieferung des Evangeliums, so daß nach ihrer Behauptung die Kreuzigung Christi nur an einem Scheinleibe vollzogen wurde oder die Gottheit selber den Tod erlitt. Diese Meinung müssen die Gläubigen weit von sich weisen; denn die Reinheit des katholischen Glaubens darf weder durch einen Zweifel getrübt, noch durch eine Unwahrheit entstellt werden. Der reine katholische Glaube sieht in dem einen Christus gleichzeitig Gott und einen Menschen, so daß nach seinem Bekenntnisse weder die menschliche Natur trügerisch, noch die göttliche leidensfähig ist. Freilich gab es seit jenem Augenblicke, da "das Wort im Schoße der Jungfrau "Fleisch geworden ist"1 , nie die geringste Trennung zwischen seiner Menschheit und Gottheit, freilich gehen alle Taten, die der Herr während seiner ganzen körperlichen Entwicklung vollbrachte, von ein und derselben Person aus, aber trotz dieser untrennbaren Gemeinschaftlichkeit vermengen und vermischen wir nicht die Handlungen des Herrn; denn gerade aus der Beschaffenheit der Werke erkennen wir die jeder Natur eigene Wirksamkeit. Tat ja weder das Göttliche dem Menschlichen, noch das Menschliche dem Göttlichen an Christus Abbruch, da beide Wesenheiten so miteinander geeint sind, daß ebensowenig von einer Aufhebung der Eigenart wie von einer Verdoppelung der Person die Rede sein kann.

1: Joh 1,14

 

 

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