Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo LII-LXX: Neunzehn Passionspredigten.

Sermo LXIV. 13. Predigt über das Leiden des Herrn.

1.

Geliebteste! Alle Festzeiten predigen den Herzen der Christen von dem Geheimnis des Leidens und der Auferstehung des Herrn, und keine Feier unserer Kirche gibt es, an welcher nicht der Erlösung der Welt und der Annahme unserer Natur durch Christus gedacht würde. In diesen Tagen aber ist es Pflicht aller Gläubigen, ihre Erkenntnis zu vertiefen und das Feuer ihrer Hoffnung zu noch hellerer Flamme emporlodern zu lassen. Wird uns doch jetzt durch die Wiederkehr der hochheiligen Osterzeit und die wahrheitsgetreue Erzählung des Evangeliums unsere erhabene Heilsgeschichte so deutlich vor Augen geführt, daß wir das Leiden Christi nicht erst wie etwas Vergangenes im Geiste zu durchleben brauchen, sondern wie etwas, das sich in unserem Beisein abspielt, verehren müssen. Darum soll auch unser Glaube in nichts von der Lehre über das Kreuz Jesu Christi abweichen und unser Ohr voll Begierde auf alles lauschen, was das Evangelium darüber erzählt und berichtet! Wie es nun immer Leute gegeben hat, welche die wahre Menschwerdung des Herrn bekämpften, so gibt es deren auch heute noch. Nach ihrer Behauptung handelt es sich nur um einen Scheinleib Christi1 und nicht um die wirkliche Natur unseres Fleisches, wenn "das Wort" im Schoße der jungfräulichen Mutter Maria "Fleisch angenommen hat"2 , wenn der Herr als Kind zur Welt kam, allmählich zum reifen Manne heranwuchs, den Kreuzestod starb, begraben wurde und am dritten Tage wieder auferstand. Im Gegensatz zu diesen wollen wir nicht um Haaresbreite von dem Zeugnis des Evangeliums und der Apostel abweichen! Stärken wollen wir uns vielmehr an der Überzeugung derer, auf deren unbestreitbaren Wahrnehmungen unser Wissen beruht! Dann werden wir mit frommer Festigkeit von uns sagen können, daß auch wir in den Aposteln unterwiesen wurden, daß auch wir sahen, hörten und berührten, was diese gesehen, gehört und betastet haben3 . So macht uns also gerade deshalb das Leiden des Herrn nicht irre, weil wir uns auch bezüglich seiner Menschwerdung nicht irreführen lassen.

1: Doketen
2: Joh 1,14
3: vgl.1 Joh 1,1

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis

Navigation
Sermo I-V: Dankrede ...
Sermo VI-XI: Sechs ...
Sermo XII-XX: Neun ...
Sermo XXI-XXX: Zehn ...
Sermo XXXI-XXXVIII: ...
Sermo XXXIX-L: Zwölf ...
Sermo LI: Homilie übe...
Sermo LII-LXX: Neunzehn ...
. Mehr
. Sermo LVI. 5. Predigt ...
. Sermo LVII. 6. Predigt ...
. Sermo LVIII. 7. Predigt ...
. Sermo LIX. 8. Predigt ...
. Sermo LX. 9. Predigt ...
. Sermo LXI. 10. Predigt ...
. Sermo LXII. 11. Predigt ...
. Sermo LXIII. 12. Predigt ...
. Sermo LXIV. 13. Predigt ...
. . 1.
. . 2.
. . 3.
. . 4.
. Sermo LXV. 14. Predigt ...
. Sermo LXVI. 15. Predigt ...
. Sermo LXVII. 16. Predigt ...
. Sermo LXVIII. 17. Pred...
. Sermo LXIX. 18. Predigt ...
. Sermo LXX. 19. Predigt ...
Sermo LXXI-LXXII: Zwei...
Sermo LXXIII-LXXIV: ...
Sermo LXXV-LXXVII: ...
Sermo LXXVIII-LXXXI: ...
Sermo LXXXII-LXXXV: ...
Sermo LXXXVI-XCIV: ...
Sermo XCV-XCVI: Homilie ...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger