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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo LII-LXX: Neunzehn Passionspredigten.
Sermo LXIV. 13. Predigt über das Leiden des Herrn.

2.

Wir wissen es ja, Geliebteste, und glauben es von ganzem Herzen, daß die Gottheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes ein und dieselbe ist und das Wesen der gleichartigen und ewigen Dreieinigkeit keine Verschiedenheit und keine Trennung kennt; denn sie ist zugleich ohne Anfang, ohne Veränderung und ohne Ende. In dieser Dreiheit, deren Vereinigung zu einem Gotte sich nicht in Worte fassen läßt, die alle Taten und Ratschlüsse gemeinschaftlich ausführt, war es die besondere Aufgabe der Person des Sohnes, das Menschengeschlecht zu erlösen. Er ist es,"durch den alles und ohne den nichts geworden ist"1 . Er ist es mithin auch, der dem vom Lehme der Erde gebildeten Menschen durch Einhauchen einer vernunftbegabten Seele das Leben gab2 . Darum wurde auch durch ihn unserer aus der "Feste der Ewigkeit" verstoßenen Natur die verlorene Würde wieder zuteil. So ist also unser Schöpfer zugleich auch unser Erlöser. Seinen Plan aber3 verwirklichte er in der Weise, daß er zur Vernichtung der Herrschaft des Teufels mehr den Grundsatz der Gerechtigkeit als seine Macht und Herrlichkeit hervorkehrte. Da alle Nachkommen der ersten Menschen an der gleichen Wunde darniederliegen und keinerlei Verdienste der Frommen den Tod der über uns hereingebrochen war, bezwingen konnte, stieg ein besonderer Arzt vom Himmel hernieder, dessen Erscheinen schon oft durch zahlreiche Vorbilder verkündet und schon lange durch die Aussprüche der Propheten verheißen worden war. Unter Beibehaltung seiner göttlichen Natur sollte er mit unserem Leibe und unserer Seele zur Welt kommen, ohne etwas von seiner Herrlichkeit einzubüßen und ohne von der Erbschuld des alten Ungehorsams betroffen zu werden. Wurde doch nur der Sohn der seligen Jungfrau ohne Makel geboren, war doch nur er von Sünde frei, obhleich er zu unserem Geschlechte gehörte. In ihm sollte die vollkommene Unschuld und die wahre Natur des nach Gottes Ebenbild geschaffenen Menschen verkörpert sein. E r war der einzige aus dem Stamme Adams, auf den der Satan keinerlei begründeten Anspruch hatte. Und wenn dieser doch seine Wut gegen den kehrte, der ihm durch keine Sünde verfallen war, so ging er damit des Rechtes seiner verruchten Herrschaft verlustig.

1: Joh 1,3
2: Gen 2,7; Tob 8,8
3: uns zu befreien

 

 

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